Währungskrieg

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Der Konflikt um billiges Geld beherrschte im Herbst 2010 die internationale Politik. Die Sorgen vor einem weltweiten Abwertungswettlauf mit schwerwiegenden Folgen waren groß.

Stein des Anstoßes war die chinesische Wechselkurspolitik: China hatte seine heimische Währung Yuan faktisch an den Dollar gebunden, um seiner wichtigen Exportwirtschaft Vorteile zu verschaffen. Die USA drängten China seit Jahren zu einer Aufwertung des Yuan und brachten Strafzölle für chinesische Güter auf den Weg.

Gleichzeitig trieben wichtige Notenbanken ihre ohnehin lockere Zinspolitik auf die Spitze: Einen Höhepunkt lieferte die japanische Notenbank, die zu ihrer Nullzinspolitik von Anfang des vergangenen Jahrzehnts zurückkehrte. Ein gefährlicher Preisverfall sowie die schwache heimische Wirtschaft galten als Gründe. Gleichzeitig bereitete der starke Yen der ebenfalls exportorientierten japanischen Wirtschaft immer mehr Kopfzerbrechen.

Verschärft wurde die Lage dadurch, dass die amerikanische Notenbank der US-Wirtschaft weiterhin mit einer lockeren Geldpolitik helfen wollte. Befürchtete Konsequenz: Der ohnehin schwächelnde Dollar könnte im Verhältnis zu vielen Währungen weiter nachgeben, was wiederum anderen Exportnationen wie Japan übel aufstoßen dürfte.

Angesichts des Dollar-Verfalls flossen gewaltige Geldströme in Schwellenländer wie Brasilien, dessen Finanzminister Guido Mantega als erster den Begriff "Währungskrieg" in den Mund nahm. Brasilien stemmte sich in Folge gegen die anhaltende Aufwertung des Real: Seit Ende 2008 gewann der Real bis Oktober 2010 zur US-Währung rund 50 Prozent an Wert.

Die Folgen eines anhaltenden Währungskonflikts wurden als schwerwiegend eingestuft, weil ein Abwertungswettlauf zumeist mit Schutzzöllen und Beschränkungen des Kapitalverkehrs einhergeht, was letztlich allen Beteiligten schadet.

Quelle: APA