VICTORY-Zertifikate

Aus Börse Express - Das Finanz- und Wirtschaftswiki zum Marktplatz Wien

Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit VICTORY-Zertifikaten kann Ihr Investment schon frühzeitig ein Erfolg werden. Sobald der Basiswert auf ein bestimmtes Niveau klettert, das als Gewinnstufe bezeichnet wird, ist Ihnen ein Mindestgewinn nicht mehr zu nehmen. Selbst fallende Kurse des Basiswertes können dann keinen Schaden mehr anrichten. Im Gegenteil: Sobald die Gewinnstufe erreicht wurde, partizipieren Sie mit dem VICTORY-Zertifikat an steigenden und fallenden Notierungen.

Genau wie bei anderen Zertifikaten verfügen auch VICTORY-Zertifikate über transparente, klar festgelegte Auszahlungsprofile bei Fälligkeit. Über die Art und die Höhe der Rückzahlung entscheidet der Kurs des Basiswertes. Darüber hinaus ist es wichtig, ob der Basiswert während der Laufzeit die Gewinnstufe erreicht hat.


Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

VICTORY-Zertifikate sind durch drei Basiselemente gekennzeichnet: den Basiswert, die Laufzeit und die Gewinnstufe.

Die Gewinnstufe legt die Art der Rückzahlung fest. Der Kurs des Basiswertes bestimmt die Höhe des Rückzahlungswertes. Wie der Name „Victory“ schon andeutet, können Sie mit diesen Zertifikaten schon frühzeitig zum Sieger werden: Sobald der Kurs des Basiswertes die Gewinnstufe erreicht, haben Sie einen ersten Teilsieg erzielt. Sie erhalten dann bei Fälligkeit mindestens eine Rückzahlung in Höhe der Gewinnstufe. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass nach Erreichen der Gewinnstufe noch weitere Kursgewinne hinzukommen. Denn von nun an partizipiert der Inhaber des VICTORY-Zertifikates sowohl von steigenden als auch von rückläufigen Notierungen. Wenn also der Kurs des Basiswertes nicht gerade auf der Gewinnstufe verharrt, kommen zu der bereits sicheren Rendite weitere Kursgewinne hinzu.



Ertragsprofil

Auch bei VICTORY-Zertifikaten stellen sich am Bewertungstag zwei Fragen:

  • Hat der Basiswert während der Laufzeit die Gewinnstufe erreicht?
  • Wo notiert der Basiswert am Fälligkeitstag?

Am Laufzeitende kommen zwei Rückzahlungsmöglichkeiten in Frage. Wenn der Basiswert, beispielsweise die XY-Aktie, während der Laufzeit nie die Gewinnstufe erreicht hat, bekommt der Inhaber des VICTORY-Zertifikates den Basiswert. Handelt es sich bei dem Basiswert um eine Aktie, bekommt der Anleger diese geliefert. Bei VICTORY-Zertifikaten auf Indizes erhält der Inhaber eine Zahlung, die dem Index am Bewertungstag entspricht.

Erreicht der Basiswert die Gewinnstufe, bekommt der Anleger eine Zahlung in Höhe der Gewinnstufe zuzüglich der positiven Differenz zwischen Kurs des Basiswertes und der Gewinnstufe. Das folgende Beispiel soll die Rückzahlungsmodalitäten noch etwas verdeutlichen:

  Beispiel: VICTORY-Zertifikat
  Laufzeit: 3 Jahre
  Basiswert: 100,00 Euro
  Gewinnstufe: 115,00 Euro

Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag über der Gewinnstufe von 115,00 Euro, beispielsweise bei 125,00 Euro, erhält der Inhaber folgende Rückzahlung:

  Auszahlungsbetrag = Gewinnstufe + (Aktienkurs – Gewinnstufe) = EUR 125,00

Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag bei 102,00 Euro, hatte aber während der Laufzeit die Gewinnstufe überschritten, bekommt der Inhaber folgende Rückzahlung:

  Auszahlungsbetrag = Gewinnstufe + (Gewinnstufe – Aktienkurs) = EUR 128,00


VICTORY-Zertifikat auf die Aktie der XY AG
VICTORY-Zertifikat auf die Aktie der XY AG
Die folgende Grafik zeigt das Auszahlungsprofil des VICTORY-Zertifikates aus dem Beispiel:

Wenn die XY-Aktie während der Laufzeit die Gewinnstufe bei 115,00 Euro erreicht, partizipiert der Inhaber sowohl an steigenden als auch an fallenden Notierungen. Gelingt das nicht, bekommt der Anleger bei Fälligkeit die XY-Aktie.










Aufbau

Das Auszahlungsprofil von VICTORY-Zertifikaten können Sie recht einfach nachvollziehen. Die Struktur ist jedoch komplex. Ein solches Ertragsprofil lässt sich mit herkömmlichen Call- und Put-Optionen nicht erzeugen. Denn diese klassischen Optionen können kein Auszahlungsmuster schaffen, das ab Erreichen einer gewissen Schwelle (der Gewinnstufe) aktiviert wird. So muss der Emittent auch hier mit exotischen Optionen agieren. Konkret verwendet er so genannte Up-and-In-Put-Optionen.

Das VICTORY-Zertifikat besteht wiederum aus einem Zero-Strike-Call und zwei Up-and-In-Put-Optionen. Der Basispreis dieser Put-Optionen, der gleichzeitig auch die Funktion des Up-and-In-Levels innehat, entspricht der Gewinnstufe.

  VICTORY-Zertifikat = Zero-Strike-Call + 2 Up-and-In-Put-Optionen

Aufgrund dieser Optionskomponente kann auch der Kurs von VICTORY-Zertifikaten während der Laufzeit von seinem inneren Wert abweichen. Genau wie bei TWIN-WIN-Zertifikaten sind auch bei VICTORY-Zertifikaten eine niedrige Volatilität und eine hohe erwartete Rendite der Dividenden von Vorteil. So bieten VICTORY-Zertifikate auf dividendenstarke Basiswerte attraktivere Konditionen. Sie äußern sich in der Praxis in einem geringeren Abstand zwischen Aktienkurs bei Emission und der Gewinnstufe.

Quelle

Persönliche Werkzeuge