Transferkonto
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Auf dem "Transferkonto" sollen die Behörden für jede Familie die Gesamtsumme der von Bund, Ländern und Gemeinden ausgezahlten Sozialleistungen einsehen können. Der Vorschlag geht auf eine Studie des Grazer Wirtschaftswissenschafters Franz Prettenthaler zurück. Seine Modellrechnungen zeigten, dass Familien mit höherem Bruttoeinkommen durch wegfallende Sozialleistungen theoretisch weniger Geld zur Verfügung haben könnten, als Familien mit geringerem Einkommen. Die Ergebnisse sind allerdings umstritten.
Prettenthalers Studie - durchgeführt im Auftrag des dem ÖVP-Arbeitnehmerbund ÖAAB nahestehenden Kummer-Instituts - vergleicht Familien mit gleicher Kinderzahl, aber unterschiedlichem Einkommen. Ergebnis: Wegen der starren Zuverdienstgrenzen bei Sozialleistungen wie dem Kindergeld kann es passieren, dass eine Familie zwar brutto mehr verdient, dass sie aber dennoch netto weniger Geld zur Verfügung hat, weil wegen des gesteigerten Einkommens Sozialleistungen wegfallen ("Schwelleneffekt"). Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) behauptete daraufhin, "dass 'Steuerzahlerfamilien' oft ein weit niedrigeres Familieneinkommen haben als jene, die gar keine Steuer zahlen, aber Anspruch auf zahlreiche Beihilfen haben". Wie oft dies in der Praxis tatsächlich zutrifft, ist aber unklar.

