TWIN-WIN-Zertifikate

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Bei TWIN-WIN-Zertifikaten ist es ganz gleich, in welche Richtung sich der Basiswert bewegt, Sie können sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen verdienen, denn bis zu einem gewissen Punkt gewinnen TWIN-WIN-Zertifikate bei Fälligkeit auch bei fallenden Notierungen eins zu eins an Wert.

Mit TWIN-WIN-Zertifikaten nehmen Sie als Investor unbegrenzt an Kursgewinnen des Basiswertes teil, häufig sogar Überproportional. Im Gegenzug verzichten Sie auf die Dividenden, die Sie beim direkten Kauf einer Aktie bekommen würden. Wenn die Dividendenrendite besonders hoch ist oder während der Laufzeit mehrere Dividendentermine anfallen, sind die Konditionen des TWIN-WIN-Zertifikates besonders attraktiv.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Notiert der Basiswert, beispielsweise eine Aktie, am Bewertungstag über dem Basispreis, erhalten Sie als Inhaber eines TWIN-WIN-Zertifikates einen Geldbetrag, der mindestens dem Basiswert entspricht. Wenn der Hebelfaktor größer als 1,0 ist, nehmen Sie sogar überproportional an den Kursgewinnen teil.

Doch auch aus fallenden Kursen können Sie als Gewinner hervorgehen. Denn mit TWIN-WIN-Zertifikaten partizipieren Sie auch an rückläufigen Notierungen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die Kursverluste nicht übermäßig hoch ausfallen. Der TWIN-WIN-Mechanismus greift nämlich nur, wenn der Basiswert den PROTECT-Level des Zertifikates nicht berührt oder unterschreitet.








Auch TWIN-WIN-Zertifikate zeichnen sich durch ein klares Auszahlungsprofil aus, das von verschiedenen Parametern bestimmt wird.

TWIN-WIN-Zertifikat auf die Aktie der XY AG
TWIN-WIN-Zertifikat auf die Aktie der XY AG
 Beispiel: TWIN-WIN-Zertifikat auf die XY-Aktie 
    Basispreis: 100,00 Euro 
    Laufzeit: 3 Jahre bis zum 18. März 2009 
    Hebelfaktor: 1,5
    PROTECT-Level: liegt bei 80,00 Euro

Während diese Größen von vornherein feststehen, ist der Kurs des Basiswertes variabel. Er bestimmt letztlich über die Höhe der Rückzahlung bei Fälligkeit. Dabei spielt nicht nur der Kurs am Bewertungstag eine Rolle, sondern auch die Kursentwicklung während der Laufzeit.

Genau wie bei anderen Zertifikatearten steht der Anleger auch bei TWIN-WIN-Papieren vor der Frage: Aktie oder Zertifikat? Er kann die Aktie direkt erwerben oder den indirekten Weg über ein Zertifikat gehen. Am ersten Verkaufstag sind TWIN-WIN-Zertifikate auf Aktien in der Regel genauso teuer wie der zugrunde liegende Basiswert. Im Beispiel der XY AG kosten sowohl die Aktie als auch das Zertifikat zunächst 100,00 Euro. Dieser Preis entspricht auch dem Basispreis des TWIN-WIN-Zertifikates. Es ist eine der entscheidenden Schwellen, die bestimmen, ob das Investment ein Erfolg wird oder nicht.

Die Laufzeit von TWIN-WIN-Zertifikaten ist klar definiert. Im Beispiel hat das Zertifikat auf die XY Aktie eine Laufzeit von drei Jahren. Sie endet am 18. März 2009. Für die Rückzahlung ist zum einen der Kurs der XY-Aktie am Bewertungstag relevant, der in der Regel eine Woche vor dem Fälligkeitstag terminiert wird. Der Börsenhandel wird meist einen Tag vor dem Bewertungstag eingestellt.

Zum anderen bestimmt die Kursentwicklung während der Laufzeit die Rückzahlungsmodalitäten. Die entscheidende Frage ist, ob sich die XY-Aktie immer über dem PROTECT-Level von 80,00 Euro behaupten konnte oder ob sie diese Grenze berührt oder durchschritten hat?


Rückzahlungsmöglichkeiten

Insgesamt ergeben sich für TWIN-WIN-Zertifikate vier Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Die XY-Aktie notierte während der Laufzeit immer über dem PROTECT-Level von 80,00 Euro. Bei Fälligkeit notiert sie über dem Basispreis von 100,00 Euro. In diesem Fall erhält der Inhaber folgenden Betrag:

 Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Aktienkurs – Basispreis) x Hebelfaktor
  
  Rechenbeispiel:  XY-Aktie notiert bei 110,00 Euro, dann bekäme der Anleger 115,00 Euro je Zertifikat
  Auszahlungsbetrag: (100,00 + (110,00 – 100,00) x 1,5)= 115 

2. Es gelingt der XY-Aktie zwar, sich permanent über dem PROTECT-Level zu halten. Doch bei Fälligkeit notiert sie unter dem Basispreis bei 92,00 Euro. Der Auszahlungsbetrag errechnet sich wie folgt:

   Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Basispreis – Aktienkurs)
     Der Anleger erhält 108,00 Euro (100,00 + (100,00 – 92,00)).


3. Die XY-Aktie rutscht zwischenzeitlich unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro. Dank einer Kurserholung notiert sie bei Fälligkeit aber über dem Basispreis bei 110,00 Euro. Der Auszahlungsbetrag errechnet sich nun wie im ersten Fall:

  Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Aktienkurs – Basispreis) x Hebelfaktor
    Der Anleger bekommt 115,00 Euro.


4. Die XY-Aktie fällt zwischenzeitlich unter den PROTECT-Level und notiert am Laufzeitende unter dem Basispreis bei 87,00 Euro. Der Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates bekommt Aktien geliefert. Der Kurs am Bewertungstag und sowie der Kursverlauf bestimmen die Rückzahlung.

    Auszahlungsbetrag = Aktie


Die Gutschrift des Geldbetrages bzw. die Lieferung der Aktien erfolgt spätestens am Fälligkeitstag, der meist fünf Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag terminiert wird. Im Beispiel ist der Fälligkeitstag der 18. März 2009.

Renditen von Aktien und TWIN-WIN-Zertifikate im Vergleich (inkl. Dividende)
Renditen von Aktien und TWIN-WIN-Zertifikate im Vergleich (inkl. Dividende)
Am ersten Verkaufstag kann der Investor Aktie und TWIN-WIN-Zertifikat zu etwa gleichen Kursen erwerben. Das Verlustrisiko der TWIN-WIN-Zertifikate ist mit dem direkten Aktienkauf vergleichbar. Im ungünstigsten Fall erhält der Inhaber bei Fälligkeit die Aktie und muss die gleichen Verluste tragen wie der Aktionär. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Kauf von Aktie und Zertifikat zu vergleichbaren Kursen erfolgte.

TWIN-WIN-Zertifikate bieten ein Ertragsprofil, das einem Direktinvestment in eine Aktie überlegen ist. Der Inhaber des Zertifikates kann überproportional an Kursgewinnen des Basiswertes teilnehmen. Zudem kann er bis zu einem gewissen Punkt Verluste in Gewinne wandeln und genießt somit mehr als eine Teilabsicherung.

Einen Vorteil hat der Aktionär jedoch: Er verdient nicht nur an den Kurssteigerungen, sondern auch an den Dividendenzahlungen. Dem Zertifikatkäufer entgehen die Ausschüttungen. Denn der Emittent benötigt die Dividenden, um die Struktur des TWIN-WIN-Zertifikates zu finanzieren. Die Anzahl der Dividendentermine während der Laufzeit und die erwartete Höhe der Dividenden beeinflussen daher maßgeblich die Höhe des Hebelfaktors und des PROTECT-Levels.


Aufbau

Das Beispiel der XY-Aktie hat gezeigt, dass sich das Auszahlungsprofil von TWIN-WINZertifikaten recht einfach nachvollziehen lässt. Der Inhaber bekommt entweder Aktien oder einen Geldbetrag in Höhe des inneren Wertes. Dieser Betrag wird vor allem durch den Kurs des Basiswertes bestimmt.

Während der Laufzeit kann der Kurs des TWIN-WIN-Zertifikates von seinem inneren Wert abweichen. Der Grund hierfür liegt in der Struktur des Zertifikates. Wie bei den meisten verbrieften Derivaten investiert auch der Käufer eines TWIN-WIN-Zertifikates indirekt in Optionskomponenten. Im Prinzip kauft der Investor eine Aktienoption mit Basispreis null (Zero-Strike-Call), der die Aktie ohne Dividendenanspruch nachbildet, sowie Kaufoptionen (Calls) mit einem Strike in Höhe des Basispreises des Zertifikates auf die zugrunde liegende Aktie. Darüber hinaus erwirbt der Anleger indirekt zwei exotische Verkaufsoptionen, in diesem Fall zwei Downand-Out-Puts.

   TWIN-WIN-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen + 2 Down-and-Out-Put-Optionen

Der Kurs des gesamten Zertifikates ist daher die Summe aus mehreren Einzelteilen: dem Kurs des Zero-Strike-Calls, dem Kurs der anderen Call-Optionen und der zwei Down-and-Out-Put-Optionen. Es ist daher nicht ganz einfach, die Struktur von TWIN-WIN-Zertifikaten zu verstehen.


Weitere Varianten von TWIN-WIN-Zertifikaten


Quelle

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