Securitisation

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Als Securitisation wird die Umwandlung von Bankkrediten in handelbare Wertschriften bezeichnet. Kapitalsuchende Unternehmen finanzieren sich nicht mehr über Banken, sondern direkt am Kapitalmarkt bei den Anlegern. Die Banken treten nicht mehr als Kreditgeber, sondern als Vermittler von Anlagen auf.

Durch Forderungsverbriefungen soll eine Reduktion der Kapitalkosten und eine Verbesserung der Bilanzrelationen erzielt werden. Zudem eröffnet sich damit ein Zugang zum Kapitalmarkt Börse, und zwar auch für solche Unternehmen, deren Finanzierungsbedarf ansonsten etwa für die Emission von Unternehmensanleihen zu klein ist. Verbriefungstransaktionen sind zugleich ein für viele Unternehmen geeignetes Transmissionsvehikel, um in der Mittelstandsfinanzierung neue Finanzierungsquellen zu erschließen.


Ablauf einer Forderungsverbriefung

Die Verbriefung der Asset-Klasse „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ vollzieht sich im Wesentlichen in folgenden Schritten:

  • Aus dem Forderungsbestand des Unternehmens wird ein möglichst breit diversifiziertes Forderungsportfolio zusammengestellt. Dieses Portfolio wird einer intensiven Prüfung unterzogen, die sich vor allem auf den Diversifikationsgrad und die historischen Ausfallraten der Forderungsbestände des Unternehmens bezieht. Überdies werden die Prozesse und Systeme des Debitorenmanagements durch die arrangierende Bank sowie gegebenenfalls durch die Ratingagenturen geprüft, denn die Forderungsbearbeitung bleibt auch nach der Verbriefung Aufgabe des ausplatzierenden Unternehmens.
  • Nach Abschluss der Analyse und Auswahl des Verbriefungsportfolios werden – in enger Kooperation mit Rechtsanwälten, Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfern – die Transaktionsstrukturen festgelegt und auf dieser Grundlage ein Kaufvertrag mit einer Zweckgesellschaft – dem so genannten Special Purpose Vehicle (SPV) – geschlossen. Die Transaktionsstruktur wird in einer Dokumentation aufbereitet, die zugleich Grundlage für das Rating der Kapitalmarktrefinanzierung darstellt.
  • Auf der Grundlage des Kaufvertrags werden die Forderungen dann vollständig und regresslos auf das SPV übertragen. Das ausplatzierende Unternehmen erhält dafür den Kaufpreis und zahlt während der Laufzeit die Finanzierungskosten der von dem SPV ausgegebenen Wertpapiere, über die das Forderungsportfolio wiederum am Kapitalmarkt refinanziert wird.
  • Das SPV refinanziert den Kauf des Forderungsportfolios z.B. durch die Emission von Commercial Papers. Hierbei handelt es sich um Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten von in der Regel 30 bis 60 Tagen, die durch das Forderungsportfolio (deshalb „Asset Backed“ Commercial Papers) besichert sind. Um das notwendige Rating für eine Emission zu erreichen, bedarf es häufig einer zusätzlichen Sicherheitenverstärkung (Credit Enhancement). Hierbei wird z.B. ein Abschlag auf den Kaufpreis als Besicherungs-„Überhang“ (Over-Collateralisation) vereinbart und zusätzlich eine Liquiditätslinie durch eine Bank mit einem entsprechend guten Rating gestellt. Überdies lassen sich ABS auch mittels einer Warenkreditversicherung zusätzlich absichern. Aus Sicht der institutionellen Investoren handelt es sich hierbei also um eine sehr sichere Kurzfristanlage. Dies wird durch ein Rating unterlegt, das von internationalen Ratingagenturen insbesondere in Bezug auf die Struktur des Asset-Portfolios sowie die weiteren Besicherungsmodalitäten regelmäßig geprüft wird.
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