Rohstoffinvestments

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Um von Bewegungen am Rohstoffmarkt zu profitieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Jede Form hat gewisse Vor- und Nachteile und passt nicht zu jedem Anlegertyp.


Inhaltsverzeichnis

Investieren in Rohstoffaktien

Hierbei handelt es sich um Aktien von Unternehmen, die selbst Rohstoffe produzieren oder diesen an andere Unternehmen zuliefern. Die Idee an sich klingt ja plausibel, dass nämlich diese Unternehmen von steigenden Rohstoffpreisen profi-tieren müssten. Es gibt aber doch einige Dinge, die man beachten muss bzw. die auch dagegen sprechen. So darf man zum Beispiel nicht unterschätzen, dass man doch auch vom Management des Unternehmens abhängig ist und dieses ein Unternehmen auch trotz steigender Rohstoffpreise schädigen kann. Als Beispiel sei hier Royal Dutch/Shell im Jahr 2004 gebracht. Damals stieg im Frühjahr der Ölpreis auf damalige Höchststände von über 40 Dollar pro Fass und allgemein stiegen die Öl-Aktien. Royal Dutch/Shell hingegen blieb deutlich zurück, wegen des Skandals, dass der Konzern seine Ölreserven um 22 Prozent zu hoch angegeben hatte. Dies war auch noch von einigen führenden Managern wissend mitgetragen worden. )

Es gibt auch die Möglichkeit von unvorhersehbaren Ereignissen. So können Kriege, Skandale oder Streiks zu Rückgängen am Aktienmarkt führen. Gegen alle Eventualitäten kann man sich als Investor nicht absichern und somit bleibt hier ein Risiko bestehen und bei einem generell sehr schwachen Aktienmarkt sind meist alle Branchen und Sektoren betroffen. )


Direktes Investieren in Rohstoffe

Es spricht einiges dafür, gleich direkt in einen Rohstoff zu investieren. Im Gegensatz zu einer Rohstoffaktie kann dieser eigentlich nicht auf Null fallen. Es ist ziemlich eindeutig, wenn mehr Nachfrage als Angebot da ist, dann steigt der Preis und umgekehrt. Auch Veränderungen im Zinsgefüge sind meist ohne starken Einfluss. Das Problem beim physischen Kauf ist wohl die Lagerung. Was bei Gold noch kein so großes Problem darstellt, ist bei Mais oder Schweinbäuchen schon ein viel größeres. Es gibt aber viele verschiedene Möglichkeiten des Rohstoffkaufs um dieses Problem zu umgehen. )


Futures

Die eigentliche Direktinvestition und somit quasi das Urinvestment in einen Rohstoff ist das Futuresgeschäft. Es handelt sich dabei um Zukunftskontrakte, die an den Warenterminbörsen dieser Welt gehandelt werden. Im Prinzip sind diese Kontrakte Kauf- und Verkaufsverträge deren Erfüllung in der Zukunft liegt, wobei es sich um standardisierte Liefer- und Abnahmeverträge handelt. Der Käufer des Futures geht mit dem Verkäufer ein Vertragsverhältnis ein, das Abnahme und Preis einer festgesetzten Menge des zugrunde liegenden Rohstoffs zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft festlegt. Es sind somit beide Parteien gegen künftige Preisschwankungen abgesichert, weil beide, Käufer sowie Verkäufer mit einem fixen Preis kalkulieren können. Da es sich ja an sich nur um Verträge handelt, muss die Ware noch nicht bezahlt werden, aber aus Sicherheitsgründen, da die Börsen die spätere Liquidität nicht prüfen können, wird eine so genannte Margin als Bargeldleistung verlangt. Diese ist unterschiedlich hoch, je nachdem wie volatil der Rohstoff bzw. der Markt an sich ist. Dass man nur eine Margin hinterlegen muss, birgt auch die Gefahr mehr zu verlieren als man eingesetzt hat, denn wenn sich der Futurespreis gegen die erwartete Richtung bewegt kann eine Nachschusspflicht entstehen. Deshalb ist dieses Investment nur für sehr erfahrene und risikobewusste Anleger geeignet. )


Optionen

Analog zu den Aktienmärkten wurde in den 1980er Jahren auch der Handel von Optionen auf Rohstoffen auf den Rohstoffbörsen ermöglicht. Man kann damit ähnlich wie mit Futures auf steigende (Call) und auf fallende (Put) Kurse setzen. Es ist der Call oder der Put die Berechtigung, aber im Gegensatz zum Future nicht die Verpflichtung, einen bestimmten Kontrakt zu einem festgelegten Preis (Strike) zu verkaufen oder zu kaufen. Der Vorteil ist die teilweise höhere Hebelwirkung und das Verlustpotential ist im Gegensatz zum Futuresgeschäft auf den Kapitaleinsatz beschränkt. Im Durchschnitt laufen aber 75-80 % aller Optionen wertlos aus. Also hat die andere Seite, die Verkäufer der Optionen, die höheren Gewinnchancen, aber dafür auch ein theoretisch unlimitiertes Verlustpotential. Optionen auf Rohstoffe sind aber heutzutage eher von untergeordneter Bedeutung. )


Zertifikate

Es stehen hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten von den verschiedensten Banken zur Verfügung. Man braucht sich aber bei allen die sich auf Rohstoffe beziehen im Gegensatz zu einem Futuresgeschäft nicht darum zu kümmern ob genug Geld hinterlegt ist, denn dass Verlustrisiko ist mit der Höhe des Kapitaleinsatzes limitiert. Eine von vielen Möglichkeiten sind so genannte Open-End-Zertifikate. In diesem Fall entspricht der Kurs des Zertifikates dem des zugrunde liegenden Rohstoffs, bereinigt um ein eventuell vorhandenes Bezugsverhältnis. Es werden vom Emittenten fortlaufend Kurse gestellt und somit ist auch Liquidität gegeben. Da die meisten Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, hat man natürlich ein Währungsrisiko. Dies kann man mit so genannten „Quanto Zertifikaten“ ausschalten. Bei diesen Produkten gibt es dann zwar kein Währungsrisiko, aber die Kosten für die Absicherung muss vom Kunden getragen werden. Es gibt sehr viele Arten von Zertifikaten, zum Beispiel das „Schmetterling-Zertifikat“ auf Brent-Öl von JP Morgan. Bei diesem Produkt ist es sogar möglich von einem fallenden und einem steigenden Ölpreis zu profitieren. Mittlerweile gibt es fast für jeden Anleger das passende Produkt, das Angebot wird immer größer.

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