Produktivität

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Quelle: Eurostat

Erscheinung: vierteljährlich

Zeitpunkt: erste Woche

Verzögerung: + 3 Monate

Die Produktivität betrifft ganz allgemein die Beziehung zwischen Produktionsergebnis (Output) und Faktoreinsatz (Input), womit unter anderem die Effizienz des Mitteleinsatzes dargestellt werden kann. Langfristig ist das Produktivitätswachstum (neben dem Wachstum der Bevölkerung, des Bildungsniveaus und des Kapitalstocks) eine entscheidende Quelle des Wirtschaftswachstums und ist damit indirekt in den Zinssätzen/Kapitalmarktsätzen einer Wirtschaft enthalten.

Es gibt verschiedene Masszahlen. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene ist die "totale Faktorproduktivität" ein bekannter Begriff. Effekte und Auswirkungen von Technologieinnovationen, Kapitalinvestitionen, Aus- und Fortbildung, der Verwendung von Energie oder neuartigen Materialien sowie die generelle Produktionsorganisation einer Volkswirtschaft werden aggregiert abgebildet. Am bekanntesten sind vor allem Masse der Arbeitsproduktivität, wie:

  • das BIP pro Kopf/Beschäftigtem bzw.
  • das BIP pro Arbeitsstunde.

Indikatoren dieser Art werden oft als Wohlstandsindikatoren bei internationalen Vergleichen herangezogen und sind zumeist um Unterschiede in den länderspezifischen Preisniveaus bereinigt (= Kaufkraft bereinigt). Gerne wird damit das Entwicklungspotenzial bestimmter Regionen anhand einer Benchmark aufgezeigt.

Am Finanzmarkt ist mitunter die Veränderung dieses Indikators von grösserer Bedeutung. Bei "Produktivität" wird meist an die (saisonbereinigte) Veränderung des BIP pro Arbeitsstunde/Beschäftigtem gedacht. Ein Anstieg der Produktivität führt bei konstantem Input zu einem höheren Output, oder zu einer Reduktion der Arbeitsstunden/Beschäftigung wenn der Output konstant bleiben soll. Beispielsweise wird der Entwicklung und dem Einsatz der neuen Kommunikationstechnologien in den Neunziger Jahren eine produktivitätssteigernde Wirkung attestiert.

Die (Arbeits-)Produktivitätsentwicklung unterliegt zyklischen Schwankungen und ist am Beginn eines Konjunkturzyklus stark steigend, da (zuvor unterausgelastete) Unternehmen ihre Produktion steigern können, ohne jedoch die Beschäftigung erhöhen zu müssen, was deren Gewinne steigen lässt. Eine rückläufige Produktivitätsentwicklung deutet im weiteren Konjunkturzyklus üblicherweise auf eine steigende Beschäftigung hin und kann schlussendlich zu Kapazitätsengpässen bzw. Inflationsdruck führen - siehe dazu die Erklärung zu den "Lohnstückkosten".

Weblinks / Quelle

Website der RZB (Raiffeisen Zentralbank)

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