Optionsscheine

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Optionsscheine oder auch Warrants sind spekulative Instrumente, mit denen Anleger auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Mit einem Optionsschein erwirbt der Anleger das Recht, aber nicht die Pflicht, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Preis während einer bestimmten Zeitspanne zu kaufen oder zu verkaufen. Mit Optionsscheinen kann auf einzelne Aktien, einen Index, eine Währungsentwicklung oder einen Rohstoff spekuliert werden. Optionen haben gegenüber einem Direktinvestment den Vorteil, dass bereits mit vergleichbar kleinen Beträgen Gewinne erzielt werden können, und zwar aufgrund des Hebeleffekts. Ein Optionsschein hat vier Merkmale: Der Basiswert ist der der Option zugrunde liegende Wert, z. B. eine Aktie. Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Optionsscheine einem Underlying entsprechen. Beträgt das Bezugsverhältnis 1:1, kann mit einem einzigen Optionsschein das Optionsrecht realisiert werden, bei 10:1 werden 10 Optionsscheine benötigt, um zum Bei - spiel 1 Aktie kaufen zu können. Der Ausübungspreis gibt an, zu welchem Preis das Optionsrecht ausgeübt werden kann. Die Laufzeit umfasst die Zeitspanne, in der dieses Recht besteht. Es werden zwei Arten von Optionsscheinen unterschieden: Call- und Put-Optionen.


CALL-OPTIONEN

Traut man dem Basiswert Kurssteigerungspotenzial zu, kann man mit Call-Optionsscheinen von einem Kursanstieg profitieren. Denn mit einem Call-Optionsschein erwirbt der Anleger das Recht, die Lieferung des Basiswerts zu einem im Voraus bestimmten Preis „zu verlangen“ (engl. „call“).

Beispiel: Für das Bezugsrecht einer Aktie zum Preis von 100 Euro wird bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 ein Optionsschein im Wert von 3 Euro gekauft. Notiert die Aktie während der Laufzeit immer unter 100 Euro, nützt der Optionsschein dem Investor nichts. Einen Gewinn erzielt der Anleger erst, wenn der Preis der Aktie 103 Euro (Basispreis plus Preis, der für die Option bezahlt wurde) übersteigt. Steigt die Aktie auf 110 Euro, kann ein Gewinn von 7 Euro pro Optionsschein erzielt werden. Kommt der Kurs über die 100 Euro nicht hinaus, ist die Option wertlos. Das für den Kauf der Optionsscheine eingesetzte Kapital ist verloren.

PUT-OPTIONEN

Bei Put-Optionen spekulieren Anleger auf sinkende Märkte. Es wird das Recht erworben, den Basiswert an den Emittenten „abzugeben“ (engl. „put“), d. h., der Emittent verpflichtet sich, dem Anleger den Basiswert zu einem bestimmten Preis abzukaufen.

Beispiel: Für die Option, eine Aktie um 100 Euro zu verkaufen, werden 3 Euro bezahlt. Fällt der Kurs der Aktie auf 96 Euro, kann der Investor die Aktie dennoch zu 100 Euro verkaufen. Sein Gewinn pro Optionsschein beträgt 1 Euro. Fällt der Kurs auf 80 Euro, so beträgt der Gewinn pro Optionsschein 17 Euro. Steigt der Kurs, geht die Spekulation nicht auf und die Verkaufs-Option verfällt ungenützt.


Optionsscheine bieten keine Kapitalgarantie. Der Gesamtverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich, wenn sich die Märkte in eine andere als in die erhoffte Richtung entwickeln. Deshalb sollten Anleger ihre Optionen und Basiswerte täglich beobachten.

Weblinks

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