OUTPERFORMANCE-Zertifikate

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Ähnlich wie bei anderen Zertifikaten ist auch bei Outperformance-Papieren das Auszahlungsprofil klar festgelegt. Die entscheidenden Merkmale sind der Basiswert, auf den sich das Zertifikat bezieht, der Basisbetrag, die Laufzeit und der Hebelfaktor.


Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Anleger wollen kurzfristig von einem starken Anstieg einer Aktie oder eines Index überproportional profitieren. Mit Outperformance-Zertifikaten können Anleger gehebelt am Kursanstieg des Basiswerts teilhaben und erhöhen so ihre Chancen im Vergleich zu einem direkten Investment. Gleichzeitig rechnen sie mit deutlich steigenden Kursen.

Mit Outperformance-Zertifikaten kann bereits bei moderat steigenden Märkten eine überdurchschnittliche Entwicklung erreicht werden. Anleger kaufen dieses Produkt in der Regel zu einem ähnlichen Preis wie die Aktie oder den Index. Wird der zuvor festgelegte Startkurs des Basiswerts überschritten, so können Anleger von den Kursgewinnen überproportional profitieren. Ermöglicht wird dies durch einen eingebauten Hebel, der ab einer gewissen Schwelle für eine überdurchschnittliche Performance sorgt. Die Höhe des Gewinns ist abhängig von der so genannten Partizipationsrate. Sie gibt an, um wie viel mehr das Zertifikat gegenüber dem Basiswert steigt. Üblicherweise liegt die Partizipationsrate zwischen 120 und 200 Prozent, was einem Hebel von 1,2 bis 2 entspricht. Je stärker der Basiswert steigt, umso mehr profitiert der Anleger, da ab einer bestimmten Schwelle der Gewinn stärker wächst als der Kurs des Basiswerts. Fällt der Kurs des Basiswerts, so verhält sich das Outperformance-Zertifikat 1:1 wie die zugrunde liegende Aktie oder der Index. Der Hebel wirkt also nur bei steigenden Kursen.


  Beispiel: OUTPERFORMANCE-Zertifikat    
  Basisbetrag: 100,00 Euro
  Laufzeit: bis zum 22. Juni 2009 
  Hebelfaktor: 1,5

Der Anleger hat prinzipiell mehrere Möglichkeiten, um in die XY-Aktie zu investieren. Er kann die Aktie direkt erwerben oder mit einem Zertifikat indirekt einsteigen. Am ersten Verkaufstag ist das Outperformance-Zertifikat in der Regel genauso teuer wie die zugrunde liegende Aktie. Beide Investments kosten im Beispiel also 100,00 Euro. Dieser Preis entspricht auch dem Basisbetrag, der die entscheidende Kursgrenze bei dem Zertifikat darstellt.

Die Laufzeit des Outperformance-Zertifikates ist von vornherein begrenzt. Im Beispiel läuft das Zertifikat bis Juni 2009. Für die Rückzahlung ist die Höhe des Basiswertes am Bewertungstag, hier der 22. Juni 2009, relevant. Der Börsenhandel wird meist schon an diesem Tag eingestellt. Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag unter dem Basisbetrag von 100,00 Euro, erhält der Inhaber des Outperformance-Zertifikates eine Aktie pro Zertifikat. Notiert die XY-Aktie dagegen über dem Basisbetrag, erhält der Anleger einen Geldbetrag, der sich wie folgt errechnet:

 Auszahlungsbetrag = Basisbetrag + (Aktienkurs – Basisbetrag) x Hebelfaktor

Bei einem Aktienkurs von 110,00 Euro würde der Inhaber des Zertifikates also 115,00 Euro erhalten (100,00 + [110,00 – 100,00] x 1,5). Die Gutschrift des Geldbetrages bzw. die Lieferung der Aktien erfolgt spätestens am Fälligkeitstag, der meist fünf Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag terminiert wird. Im Beispiel ist der Fälligkeitstag der 29. Juni 2009.


Ertragspotenzial

Der Wert eines Outperformance-Zertifikates am Laufzeitende lässt sich leicht ausrechnen. Die folgende Grafik zeigt das Ertragsprofil eines Zertifikates auf die Aktie der XY AG am Laufzeitende:

Das dargestellte Zertifikat auf die XY-Aktie ist mit einem Basisbetrag von 100,00 Euro und einem Hebel von 1,5 ausgestattet. Notiert am Bewertungstag die XY-Aktie unter dem Basisbetrag von 100,00 Euro, erhält der Inhaber des Zertifikates die zugrunde liegenden Aktien. Der Rückzahlungswert ist somit bei Aktie und Outperformance-Zertifikat identisch. Bei Kursen über dem Basisbetrag greift der Outperformance-Mechanismus. So hat das Zertifikat bei einem Aktienkurs von 120,00 Euro einen Auszahlungswert von 130,00 Euro. Bei einem Kursanstieg auf 130,00 Euro wären es sogar 145,00 Euro. Exakt diesen Betrag, der auch als innerer Wert bezeichnet wird, bekommt der Anleger am Fälligkeitstag gutgeschrieben.






Aufbau

Bei Fälligkeit ist das Auszahlungsprofil klar festgelegt. Der Inhaber bekommt den inneren Wert des Zertifikates in Form eines Geldbetrages oder einer Aktie gutgeschrieben. Während der Laufzeit kann der Kurs des Outperformance-Zertifikates allerdings von seinem inneren Wert abweichen. Der Grund hierfür liegt in der Struktur des Zertifikates. Wie bei den meisten verbrieften Derivaten investiert der Anleger indirekt in Optionen. Bei Outperformance-Zertifikaten kauft der Investor eine Aktienoption mit Basispreis null (Zero-Strike-Call), der die Aktie ohne Anspruch auf Dividende nachbildet, sowie Kaufoptionen (Calls) auf diese Aktie.

  Outperformance-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen 

Der Kurs des Outperformance-Zertifikates setzt sich somit aus zwei Einzelteilen zusammen:

  • Aktienkurs und
  • Optionspreis


Weitere Varianten von OUTPERFORMANCE-Zertifikaten

Quelle

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