ATRIUM
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Bei ATRIUM European Real Estate (kurz: ATR) handelt es sich um die zuvor benannte Meinl European Land (kurz: MEL). ATRIUM ist eine eingetragene Gesellschaft der Form einer Limited (Ltd.) mit Firmensitz in Jersey (PO Box 75, 26 New Street, St Helier Jersey JE4 8PP, Channel Islands).
Die Gesellschaft wurde 1997 zunächst als "Central European Land Limited" gegründet und übernahm ein Portfolio aus 60 Immobilien in Tschechien und Ungarn. 2002 folgte die Umfirmierung in Meinl European Land (MEL). Im November 2002 erfolgt der Börsengang mit Notierung an der Wiener Börse. Gleichzeitig realisiert die Gesellschaft auch ihre erste Kapitalerhöhung, denen noch zahlreiche weitere folgen sollten. Bis zum Sommer 2007 entickelte sich die Aktie (bzw das Zertifikat) der MEL kursseitig erfreulich. Ende Juni erreicht man ein Kursniveau von über 21 Euro, bevor die allgemeinen Immoturbulenzen und Subprimeprobleme in den USA auch das MEL-Zertifikat im Einklang mit anderen Immobilienaktien belasten und den Kurs absacken lassen.
Seit 11.08.2008 wird die "Meinl European Land" an der Börse als "Atrium European Real Estate" geführt.
Chronologie des Kurssturzes und der MEL-Affäre seit Sommer 2007
Im Zuge eines überraschenden Kurseinbruch von mehr als 14 Prozent am 23. August wird sukzessive publik, dass MEL insgesamt 88,8 Millionen ihrer eigenen an der Wiener Börse notierten MEL-Zertifikate bereits zurückgekauft hat. Das sind genau 29,6 Prozent der insgesamt 300 Millionen gelisteten Wertpapiere. Im dritten Quartal seien zusätzlich zu den bis Ende Juni zurückgekauften 52,3 Millionen Zertifikaten, die um 20,78 Euro pro Stück erworben wurden, bis heute weitere 36,5 Millionen zu einem Durchschnittskurs von 19,93 Euro je Stück gekauft worden. Anleger und Börsianer zeigen sich empört über die Rückkäufe, die teilweise deutlich über dem Niveau der letzten Kapitalerhöhunge erfolgt waren. Das MEL-Management hält dagegen und argumentiert, die Rückkäufe seien im Einklang mit Analysteneinschätzungen gewesen, die dem MEL-Zertifikat bis zu 28 Euro Kursfantasie gegeben hätten.
Im August 2007 kündigt Julius Meinl V., Chef der Meinl Bank, daraufhin eine Informationsoffensive an. Meinl V. und der nach dem Abgang von Francis Lustig als neuer "Kapitalmarktbeauftragter" der Meinl European Land eingesetzte Kommunikationschef Rupert-Heinrich Staller stellen sich Journalistenfragen. Meinl gesteht "Kommunikationsfehler in der Vergangenheit" ein, aber "ab jetzt wird alles anders".
Im September 2007 beginnt die Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Vor-Ort-Prüfung in der Meinl Bank. Die Aufsicht ermittelt bereits bei Meinl European Land wegen des Verdachts der Marktmanipulation, des Insiderhandels und der Verletzung der Veröffentlichungsvorschriften.
Im November dann der Knalleffekt in der Krise um Meinl European Land: Die Finanzmarktaufsicht verhängt gegen die Vorstände von MEL je 20.000 Euro Strafe wegen Marktmanipulation. MEL kündigt Berufung an den UVS an. Prozessfinanzierer sehen die Chancen für Sammelklagen geschädigter Anleger gestiegen. Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer will Strafanzeige gegen Julius Meinl V. erstatten. Zwei Tage später verfügt die Wiener Börse, dass die MEL-Zertifikate im Dezember den Prime Market verlassen müssen. Rupert Heinrich Staller verlässt MEL mit 15. November 2007.
Seither haben sich bereits zahlreiche Kläger über den Prozessfinanzierer Advofin sowie über Klagen von RA Böhmdorfer und RA Neumayr zusammengefunden. Der Ausgang der Verfahren ist allerdings völlig offen, parallel werden immer wieder Übernahmegerüchte rund um MEL laut. Ein britischer Hedgefonds plane den Kauf der Managementgesellschaft MERE und der Partly Paid Shares, heisst es. Die Aktie steigt am 30.1.2008 daraufhin zeitweise 16 Prozent.
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