Martin Schlaff

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Martin Schlaff, geboren am 6. August 1953 in Wien, ist ein österreichischer Unternehmer, Netzwerker und Kulturmäzen.

Gemeinsam mit seinem Bruder James begann Schlaff seine Unternehmerkarriere mit der Übernahme der Handelsfirma Robert Placzek AG. Er war danach vorwiegend im Osthandel tätig und pflegte gute Kontakte zu den Spitzen der Deutschen Demokratischen Republik und zur Kommunistischen Partei Österreichs. Nach der Ostöffnung geriet er in den Verdacht, auch mit Technologietransfers und Geldwäsche für die DDR zu seinem nicht unbeträchtlichen Vermögen gekommen zu sein. Die deutsche Justiz konnte allerdings keine ausreichenden Beweise finden und stellte ihre Ermittlungen im Jahr 2000 ein.

Dank seiner hervorragenden Kontakte, auch zu Palästinensern, gelang es ihm 1998 in Jericho gemeinsam mit der BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft) ein Kasino zu eröffnen. Das sogenannte Oasis, gedacht für israelische Spieler, wurde aber im Verlauf der Zweiten Intifada wieder geschlossen. Im Jahr 2002 nutzte Schlaff seine Kontakte zu Ariel Scharon, um die österreichische Bundesregierung im Bestreben einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu unterstützen. 2003 wurde wieder ein Botschafter nach Österreich entsandt.

Ebenfalls im Jahr 2002 übernahm er mit seinen Partnern, dem ehemaligen ÖVP-Obmann Josef Taus und dem ehemaligen Länderbank-Vorstand Herbert Cordt den größten bulgarischen Mobilnetzbetreiber MobilTel vom russischen Geschäftsmann Michel Chorny. Diese Übernahme kostetet 850 Millionen Euro und wurde von der BAWAG finanziert. Es gelang dem Konsortium das Unternehmen nach westlichen Maßstäben zu organisieren und 2005 an die Telekom Austria weiter zu veräußern. Als Gewinn aus dem kurzfristigen Engagement werden 800 Millionen Euro kolportiert.

2005 versuchte Schlaff den Bulgarien-Coup in Serbien zu wiederholen. Mit seinen Partnern Josef Taus und Herbert Cordt übernahm er Anteile am serbischen Mobilnetzbetreiber Mobtel von Bogoljub Karic. Die Regierung entzog dem Unternehmen jedoch die Lizenz. Nach Intervention seitens der österreichischen Regierung wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der die Investitionen der Gruppe sicherte, obwohl diese bei der schlussendlichen Versteigerung im Jahr 2006 nicht zum Zug kam.

Im Oktober 2006 kam Schlaff in die Schlagzeilen, weil er für seinen langjährigen Freund, Schachspielpartner und Geschäftspartner Helmut Elsner, der im Zuge des BAWAG-Skandals in Frankreich inhaftiert wurde, eine Million Euro als Kaution auf den Tisch legte.

Ende 2006 übernahm Martin Schlaff die Kontrolle über knapp% des Feuerfest-Konzerns RHI, was bis Ende Januar 2008 die Übernahmekommission im Rahmen eines Verfahrens beschäftigte.

Im September 2007 war er maßgeblich an der Übernahme des weißrussischen Mobilfunkanbieter MDC durch die Telekom Austria beteiligt - um angebliche 1,05 Mrd. Euro.

Martin Schlaff hat eine Antisemitismus-Sammlung mit rund 5000 Objekten, die einen Zeitraum von 1490 bis 1946 umfassen, in zehnjähriger Arbeit zusammengetragen, die er 1993 der Stadt Wien für das Jüdische Museum schenkte. Diese katalogisierte die Exponate bereitete sie für eine Großausstellung auf.

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