Leistungsbilanz

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Quelle: EZB

Erscheinung: monatlich

Zeitpunkt: vierte Woche, monatlich revidiert

Verzögerung: + 2 Monate

Die Leistungsbilanz umfasst alle Transaktionen, die zwischen inländischen und ausländischen Einheiten erfolgen. Sie ist in vier Bereiche gegliedert:

  • Waren
  • Dienstleistungen
  • Einkommen
  • Laufende Transfers

Die Leistungsbilanz wurde in Abstimmung mit der VGR neu abgegrenzt. Bisher in der Transferbilanz - nun laufende Transfers genannt - enthaltene Vermögensübertragungen sind ausgegliedert. In der Leistungsbilanz sollen also nur jene Transfers berücksichtigt werden, die Einfluss auf Einkommen und Verbrauch haben.

Die Leistungsbilanz ist deshalb interessant, weil ein dauerhafter Überschuss bzw. ein dauerhaftes Defizit einer der fundamentalen Faktoren für die Wechselkursentwicklung ist. Ein Überschuss wirkt langfristig in Richtung Aufwertung der Währung und ein Defizit setzt eine Währung unter Abwertungsdruck. Eine schwächere Währung würde den Inflationsdruck verstärken und damit die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen ansteigen lassen.

Relevanz für Finanzmärkte: Im EUR-Raum lassen sich an den Finanzmärkten kaum Reaktionen durch veröffentlichte Leistungsbilanzzahlen erkennen. In anderen Ländern der EU bzw. in kleinen, offenen Volkswirtschaften wie z.B. Island kann die Reaktion zum Teil heftig ausfallen. Ein unerwartet hoher Anstieg des Leistungsbilanzdefizits kann dann innerhalb weniger Stunden zu einem markanten Kursverfall bei Anleihen (=Renditeanstieg) und der Währung führen. Im Extremfall müssen Notenbanken in weiterer Folge am Devisenmarkt intervenieren und/oder die Zinsen anheben.

siehe auch im Internet: www.ecb.int


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