Kroatien
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Allgemein
Kroatien (kroat. Hrvatska), amtliche Bezeichnung: „Republik Kroatien“ (Republika Hrvatska), ist eine parlamentarische Demokratie in Europa. Sie hat gemeinsame Grenzen mit Slowenien und Ungarn im Norden, Serbien und Bosnien und Herzegowina im Osten sowie Montenegro im äußersten Süden. Im Westen und Südwesten bildet das Adriatische Meer die natürliche Staatsgrenze.
Hauptstadt und Regierungssitz ist mit etwa einer Million Einwohnern Zagreb, welches zudem ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt, das wirtschaftliche sowie akademische Zentrum des Staates ist.
Kroatien ist unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA). Der Staat strebt einen Beitritt zur Europäischen Union an, seit 2004 ist es offizieller Beitrittskandidat. Auf dem NATO-Gipfel Anfang April 2008 wurde das Land zur Mitgliedschaft in das Militärbündnis eingeladen. Die Mitgliedschaft tritt in Kraft, wenn alle bisherigen NATO-Staaten die Beitrittsurkunde ratifiziert haben. Kroatien nimmt bis Ende 2009 die Funktion eines nicht-ständigen Mitglieds im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wahr.
Quellenverweis [1]
Fläche: 56.538 km² (1.777,3 km Festland-Küstenlinie, 4.053 km Insel-Küstenlinie)
Bevölkerung: 4,44 Mio. Einwohner (Schätzung 2007)
Hauptstadt/Ew. : Zagreb (Agglomeration 930.000)
Geschäftssprache: neben der Landessprache (Kroatisch) auch D und E, an der Küste Italienisch
Staatsform: Republik bestehend aus 21 Županijas und der Stadt Zagreb
Staatsoberhaupt: Dipl. Jur. Stjepan Mesić
Regierungschef: Dr. Ivo Sanader
Mitglied in wirtschaftlichen Organisationen: WTO, EBRD, CEFTA, IMF, Weltbank, FAO, IBRD, IDA, IHO,
OSCE, UN, UNCTAD, UNESCO, UNIDO, WHO etc.
Quellenverweis [2]
Wirtschaft
Wirtschaftsinformationen (*)
Bedeutende Wirtschaftssektoren: Tourismus, Schiffbau, Chemie- und Kunststoffindustrie, Schuh- und
Lederindustrie, Maschinen, Werkzeuge, Aluminium, Papier-, Holz- u. Baustoffindustrie, ölverarbeitende
Industrie, Genussmittel, Metallverarbeitung
Wirtschaftswachstum: 5,6 %
BIP-pro-Kopf: 8.360 EUR BIP real: 24,68 Mrd. EUR
Inflation: 2,9 % (Jahresdurchschnitt 2007)
Arbeitslosigkeit: 9,5 %
Währung: Kroatische Kuna (HRK bzw. Kn)
Auslandsverschuldung: 28,09 Mrd. EUR
Devisenreserven: 8,48 Mrd. EUR (Nov. 2007)
Wechselkurs: 1 EUR = 7,33 HRK (Jahresdurchschnitt 2007)
Rating (Inst. Investors Country Credit) : Rang 59 v. 174 (März 2007)
(*)Schätzung 2007: Bank Austria
AUSSENHANDEL (**)
Exporte: EUR 9.024 Mio.
Wichtigste Exportmärkte: Italien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Slowenien, Österreich
Bedeutendste Warengruppen/Export: Maschinen und Transportausrüstung, chemische Produkte,
Erdölderivate, Nahrungsmittel und Getränke, Holz und Holzprodukte
Importe: EUR 17.996 Mio.
Wichtigste Herkunftsländer/Import: Italien, Deutschland, Russland, Slowenien, Österreich
Bedeutendste Warengruppen/Import: Maschinen und Transportausrüstung, Erdölderivate, chemische
Produkte, Eisen und Stahl, Papier, Nahrungsmittel
(**)Schätzung 2007: Economist Intelligence Unit
Österreichische Exporte (EUR) (***): 1,48 Mrd. (2007; + 12%)
Bedeutendste Exporte: Elektronische Maschinen und elektrotechnische Waren, Eisen und Stahl sowie
Produkte daraus, mechanische Maschinen, Kraftfahrzeuge, Holz und Möbel, Papier und Pappe – sowie
Produkte daraus, Kunststoffe
Österreichische Importe (EUR) (***): 624,82 Mio. (2007; - 1,3%)
Bedeutendste Import: Elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren, mechanische Maschinen,
Nahrungsmittel und Getränke, Holz und Möbel, Schuhe aus Leder, Kunststoffe
(***) Statistik Austria
Quellenverweis [3]
Geostrategische Position Kroatiens
Kroatien befindet sich am Schnittpunkt der beiden paneuropäischer Verkehrskorridore Mitteleuropa–Türkei (Korridor X) und Adria–Ukraine bzw. –Baltikum (Korridor V).
Mit dem Ausbau der Autobahnen sowie dem Bau der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke Rijeka-Zagreb-Ungarn erhofft sich die kroatische Regierung, die Verkehrsverbindung Ostmitteleuropa–Asien über den Sueskanal im eigenen Interesse nutzen zu können. Durch den geplanten Bau des Donau-Save-Kanals sowie diverse Infrastrukturprojekte zu Lande soll der Donau-Wasserweg besser mit den Adriahäfen Rijeka und Ploče verbunden werden. Nach Aussagen des kroatischen Verkehrsministers Božidar Kalmeta soll so Rijeka der wichtigste Hafen in Mittel- und Osteuropa werden. Kritiker bezweifeln jedoch die Wirtschaftlichkeit dieser Vorhaben.
Durch Kroatien verlaufen zudem wichtige Erdölpipelines (z. B. die Adria-Anbindung der Erdölleitung Freundschaft).
Obwohl die Arbeitslosigkeit in Kroatien rund 8,4 % (2007) beträgt, ist die Wirtschaft Kroatiens derzeit im Aufbruch. Dazu tragen vor allem die erhöhten Investitionen als Folge der EU-Beitrittsbemühungen Kroatiens bei. Kroatien ist ebenfalls ein starker Wirtschaftspartner innerhalb des Zentraleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA).
Im „Global Gender Gap Report 2006“ des Weltwirtschaftsforums belegte Kroatien im weltweiten Ranking einen guten 16. Platz. Im Bericht werden etwa die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, die Beteiligung von Frauen in der Politik, sowie in entscheidenden Wirtschaftspositionen eines Staates untersucht.
Quellenverweis [4]
Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich
Kroatien ist ein sehr wichtiger Handelspartner
Österreichs. Im Jahr 2006 hat
Kroatien Waren im Wert von 633,278 Mio.
Euro nach Österreich verkauft und im
Gegenzug dafür Waren im Wert von 1 320,207
Euro Mio. aus Österreich eingekauft. Zu den
Waren, die Österreich aus Kroatien
einkauft, zählen landwirtschaftliche Produkte
und Industrieerzeugnisse (Transportanlagen,
Maschinenbauprodukte). Umgekehrt
schätzt Kroatien österreichische Waren wie
Fruchtsäfte, Äpfel, Milchprodukte, Energy-
Drinks, Schokolade- und Backwaren, Schweinefleisch,
Papier, Holz.
Neben dieser Handelsbeziehung gibt es viele
österreichische Investoren, die ihr Geld vor
allem in den Finanzdienstleistungssektor, den
Medien- und Telekommunikationssektor, den
Bau- den Tourismussektor sowie in den Großund
Einzelhandel in Kroatien gesteckt haben.
Quellenverweis [5]



