Knock-Outs

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Knock-Outs werden auch als Turbos, Turbo-Zertifikate oder Mini-Futures bezeichnet. Ähnlich wie bei Optionsscheinen rechnen Anleger bei Knock-out-Zertifikaten mit stark fallenden oder stark steigenden Kursen. Allerdings werden die Kursschwankungen kurzfristig, also innerhalb der nächsten Tage oder Wochen, erwartet.

Turbo-Zertifikate sind Schuldverschreibungen, deren Rückzahlungsbetrag von der Entwicklung eines Basiswerts abhängt. Zu Laufzeitbeginn werden der Ausübungspreis und die [[Barriere festgelegt, die über die Laufzeit konstant bleiben (Ausnahme Open-End-Zertifikate). Turbo-Zertifikate können als Long-Zertifikate oder als Short-Zertifikate konzipiert sein:


TURBO-LONG-ZERTIFIKAT

Der Emittent kauft für jedes verkaufte Turbo-Long-Zertifikat den entsprechenden Basiswert. Der Kaufpreis des Basiswerts wird von der Bank bis zur Höhe des Ausübungspreises finanziert. Diese Kosten werden dem Investor in Form des Aufgeldes verrechnet. Darüber hinaus trägt der Anleger die Differenz zwischen dem aktuellem Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis (= innerer Wert). Allfällige Dividenden werden berücksichtigt. Der durch den im Vergleich zu einem Direktinvestment für den Kunden geringere Kapitaleinsatz führt letztendlich zur Hebelwirkung.

Beispiel: Bei einem 1-jährigen Turbo-Long-Zertifikat, bei dem sich der Kurs des Basiswerts bei 100 Euro befindet und der Ausübungspreis (Strike) bei 80 Euro bzw. die Barriere bei 90 Euro festgesetzt wurde, liegt der innere Wert des Zertifikates bei 20 Euro. Bei einer Annahme von 2 Euro Dividende und 5 Prozent Finanzierungskosten würde das Turbo-Long-Zertifikat aktuell ca. 22 Euro kosten (20 Euro innerer Wert plus 4 Euro Finanzierungskosten minus 2 Euro Dividende). Ist der Basiswert bis Endfälligkeit auf 140 Euro gestiegen, ergibt dies einen inneren Wert für das Turbo-Long-Zertifikat von 60 Euro sowie eine positive Rendite von 172,73 Prozent.

Bild:turbozertifikat.jpg


TURBO-SHORT-ZERTIFIKAT

Der Emittent verkauft für jedes verkaufte Turbo-Short-Zertifikat den entsprechenden Basiswert. Der Verkaufspreis des Basiswerts wird von der Bank vereinnahmt und veranlagt. Diese Zinseinnahmen werden dem Investor in Form des Abgeldes gutgeschrieben. Darüber hinaus trägt der Investor die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis (= innerer Wert). Allfällige Dividenden werden berücksichtigt. Falls der Kurs des Basiswerts einmalig während der Laufzeit die Barriere erreicht oder überschreitet, löst der Emittent den ge- bzw. verkauften Basiswert auf und stellt das Zertifikat fällig. Das Zertifikat wird zum Restwert getilgt. Der mögliche Restwert ergibt sich aus der positiven Differenz zwischen dem Ausübungspreis (Strike) und dem durchschnittlichen Auflösungspreis des Basiswerts. Die Zertifikate werden am Laufzeitende automatisch getilgt, sofern nicht zuvor die Barriere berührt wurde. Der Tilgungsbetrag entspricht bei Turbo-Long-Zertifikaten der Differenz aus dem Schlusskurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis. Bei Turbo-Short-Zertifikaten entspricht der Tilgungsbetrag der Differenz aus dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs des Basiswerts.


Knock-out- oder Turbo-Zertifikate sind Produkte mit überproportional hohen Gewinnchancen, aber auch mit dem größten Risiko unter den Zertifikaten. Sie sind daher nur für Anleger geeignet, die das Kursgeschehen laufend mitverfolgen und bei einer Annäherung an das Knock-out- Niveau bereit sind, die Zertifikate zu verkaufen, um einem Totalverlust vorzubeugen.

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