Iwan David Herstatt

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Dieser Name steht für die größte Bankenpleite der deutschen Nachkriegsgeschichte: Herstatt war Chef des 1974 zusammengebrochenen gleichnamigen Bankhauses, der Herstatt-Bank. Den Absturz vom erfolgreichen Privatbankier in den Konkurs hat er nie ganz verwunden: Herstatt, der am 9. Juni 1995 einem Krebsleiden erlag, beteuerte bis zuletzt seine Unschuld am Zusammenbruch des Kölner Bankhauses. Er sei, klagte er, mit "verbrecherischen Devisenspekulationen" seiner Mitarbeiter um sein Lebenswerk betrogen worden.

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Leben

Nach seinem Abitur 1931 begann Herstatt eine Lehre bei der Deutschen Bank. In den Jahren 1940-1944 übernahm er die Leitung der Kreditabteilung einer Bank in Metz, welche von der Deutschen Bank übernommen wurde und 1945 von Herstatt daraufhin abgewickelt wurde. In der noch jungen Bundesrepublik leitete er die Kölner Niederlassung der Bank für Gemeinwirtschaft. Am 2. Juni 1955 kaufte Herstatt das Bankhaus Hocker & Co., vormals Herstatt, mit finanzieller Unterstützung (DM 5 Mio.) seines Jugendfreundes Hans Gerling zurück. Dieses Bankhaus wurde bereits 1792 durch Herstatts Ur-Ahn Friedrich Johann David Herstatt gegründet, nach dessen Tod 1888 wurde das Bankhaus vom Kölner Bankhaus I.H.Stein übernommen. Gerling wird mit 81,4 Prozent Hauptaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender der dann unter dem Namen I.D. Herstatt KGaA firmierenden Privatbank. Dabei war Herstatt hauptverantwortlich für den Aufstieg des Bankhauses, das er bis zu dem Konkurs im Jahr 1974 begleitet.

In einem, dem Bankenbankrott ab dem 23. März 1979 folgenden Strafprozess, wurde Herstatt am 16. Februar 1984 zunächst zu 4 1/2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, revisionsbedingt trat er die Strafe jedoch nicht an. Das Urteil bestätigte weitgehend die Strafvorwürfe der Staatsanwaltschaft, nämlich Untreue und Beihilfe zu einem besonders schweren Bankrott. Im Oktober 1985 hob der BGH dieses Urteil gegen Herstatt jedoch wieder auf. Bei einem erneuten Verfahren, das 1987 begann, wurde die Strafe auf 2 Jahre Haft mit Bewährung verkürzt. Im Jahr 1991 wurde Herstatt schließlich für verhandlungsunfähig erklärt, und zwar wegen des seltenen Pickwick-Syndrom (der schwer übergewichtige Bankier verfiel angeblich in Konzentrationsstörungen und wurde von Ermüdungsanfällen heimgesucht).

Bis zu seinem Tod 1995 sah sich Herstatt als Opfer eines verschwörerischen Betruges, wie er 1992 in seinem Buch Die Vernichtung behauptete. Er glaubte, dass sein ehemaliger Abteilungsleiter des Devisenhandels, Dany Dattel, der Hauptschuldige sei, der die Schieflage verschleiert und verharmlost habe.

Quellen: Handelsblatt.comWikipedia

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