Ifo-Index
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Quelle: Institut für Wirtschaftsforschung
Erscheinung: monatlich
Zeitpunkt: vierte Woche
Verzögerung: keine
Der Ifo-Index gehört zu den Umfrageindikatoren und wird aufgrund einer Geschäftsumfrage unter 7.000 Unternehmen ermittelt. In diesen Umfragen werden die Unternehmen aus Ost- und Westdeutschland nach ihren Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage (Antwortmöglichkeiten: gut - befriedigend - schlecht) sowie Erwartungen über die zukünftige Geschäftsentwicklung (besser - gleich - schlechter) befragt.
Der Ifo-Index ist zwar ein Vorlaufindikator für Deutschland, da Deutschland aber ca. ein Drittel der Eurowirtschaft ausmacht, ist er zugleich einer der bedeutendsten Indikatoren für das gesamte Währungsgebiet. Das Umfrageergebnis macht keine genaue Aussage über das Produktionsniveau der Realwirtschaft. Der Indexstand bildet aber die Stärke der wirtschaftlichen Aktivität ab, Veränderungen des Index signalisieren Richtung und Dynamik der konjunkturellen Entwicklung. Der Vorlauf des Ifo-Index beträgt bis zu vier Monate gegenüber der Jahresveränderungsrate der Industrieproduktion. Der BIP Entwicklung (per anno Wachstumsraten) läuft er bis zu zwei Quartale vor. Der Subindex zu den Zukunftserwartungen signalisierten frühzeitig Wendepunkte in der Wirtschaftsentwicklung, allerdings ist der Vorlauf zur tatsächlichen Entwicklung sehr unterschiedlich.
Relevanz für Finanzmärkte: Auf den Finanzmärkten ist der Ifo-Index einer der meist beobachteten Indikatoren des Euroraums. Seine Bedeutung beruht auf der hohen Zuverlässigkeit und zeitlich frühen Information zum Konjunkturverlauf. Ein kontinuierlich steigender Index, der somit auch die Erwartung einer sich festigenden Konjunktur schafft, sorgt für steigende Renditen. Der Anstieg von Kapitalmarktzinsen im Zuge eines Wirtschaftsaufschwungs lässt sich zweierlei erklären. Einerseits stellt sich so der Rentenmarkt auf zukünftige Leitzinsanhebungen ein. Andererseits steigen im Zuge der Konjunkturbelebung Investitions- und somit Finanzierungsnachfrage. Eine Zunahme der Nachfrage nach Fremdmittel lässt logischerweise den Preis = Zins hierfür klettern. Umgekehrt weist ein Abwärtstrend beim Ifo-Index auf einen Rückgang des Wirtschaftswachstums hin und lässt die Renditen sinken. Auf Veröffentlichungen des Vorlaufindikators reagieren die Märkte sofort. Diese erste Bewegung wird getrieben von Differenzen zwischen der Konsensus-Schätzung (=Marktprognose) und dem tatsächlichen Wert. Deutliche positive/negative Abweichungen können dann zu einem ebenso deutlichen Anstieg/Absinken der Renditen führen.
siehe auch im Internet: http://www.ifo.de/home




