Geldmenge

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Geldmenge (M3)

Quelle: Europäische Zentralbank

Erscheinung: monatlich

Zeitpunkt: Ende des Monats

Verzögerung: + 1 Monat

Die Geldmengenaggregate der Eurozone werden aus den konsolidierten Bilanzen der Monetary Financial Institutions (MFI-Sektor) errechnet. Dieser Sektor beinhaltet alle Körperschaften, deren Verbindlichkeiten monetär sind und umfasst die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder, die Europäische Zentralbank und die Kreditinstitute. Die prozentualen Wachstumsraten werden auf Basis der Bestandsdaten berechnet, die noch um Reklassifizierungen, Neubewertungen usw. bereinigt werden.

Das weit gefasste Geldmengenaggregat M3 setzt sich zusammen aus:

  • einem eng gefassten Geldmengenaggregat M1, bestehend aus Bargeldumlauf und täglich fälligen Einlagen,
  • sonstigen kurzfristigen Einlagen, d.h. Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu zwei Jahren sowie Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten und
  • marktfähigen Finanzinstrumenten, zu denen Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile, Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen mit

einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren zählen.

Diese verschiedenen Komponenten von M3 bilden untereinander relativ enge Substitute. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder direkt zu Transaktionszwecken verwendet oder problemlos in Anlageformen umgewandelt werden können, die sich für solche Zwecke eignen. Wichtige Unterschiede ergeben sich allerdings im Hinblick auf ihren Liquiditätsgrad, ihre Verzinsung und ihre Reagibilität gegenüber veränderten Marktzinssätzen.


M3 setzt sich zusammen aus:

  • 37 % täglich fällige Einlagen
  • 25 % Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten
  • 20 % Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu 2 Jahren
  • 7 % Geldmarktfondsanteile
  • 4 % Repogeschäfte
  • 4 % Bargeldumlauf
  • 3 % Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren

Der Anstieg der Geldmenge wird als ein wichtiger Indikator für die zukünftige Inflation angesehen. Die "klassische" Quantitätsgleichung beschreibt dabei den Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation folgendermaßen:

M * v = p * Y

M . . . Geldmenge

v . . . . Umlaufgeschwindigkeit des Geldes

P . . . . Preisniveau

Y . . . . Output (reales BIP)

Bei Konstanthaltung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes hat nach dieser Gleichung jede Geldmengenerhöhung entweder eine Steigerung der Preise, des realen BIP oder beider Größen gemeinsam zur Folge. Als Teil Ihrer Strategie zur Erhaltung der Preisstabilität im Euro-Gebiet kündigt die Europäische Zentralbank einen Referenzwert für die jährliche Wachstumsrate des Geldmengenaggregats M3 an. Dieser liegt gegenwärtig bei 4,5 % p.a. (Geht man von einem durchschnittlichen Wachstum des realen Outputs von 2,5 % pro Jahr aus, ist nach obiger Gleichung bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit das Inflationsziel von maximal 2 % gewährleistet.) Relevanz für Finanzmärkte: Über das definierte Ziel der Notenbank besteht ein indirekter Einfluss auf die Gestaltung der Geldpolitik. Der Einfluss auf die Preisentwicklung der Geldmengenentwicklung besteht nur auf lange Sicht um berührt die Märkte zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung kaum.

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