Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI, PMI)

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Quelle: Reuters

Erscheinung: monatlich

Zeitpunkt: erste Woche

Verzögerung: ein Monat

Auch der Reuters Einkaufsmanagerindex zählt zu den Umfrageindizes. Im Euroraum werden seit 1996 1.500 Unternehmen aus dem Industrie- und Dienstleistungssektor im Auftrag von Reuters durch die Forschungsgruppe NTC befragt. Seit kurzer Zeit führt NTC im Auftrag von Bloomberg zusätzlich eine entsprechende Erhebung bei etwa 1000 Einzelhandelsbetrieben in Deutschland, Frankreich und Italien durch.

Der Einkaufsmanager-Index gibt die wirtschaftliche Lage bzw. das Wachstum der jeweiligen Sektoren von mehreren Ländern (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien, Irland, Österreich,Griechenland) auf einer Skala mit dem Wert 50 als Referenzlinie wieder. Dabei bedeutet ein Indexwert über 50, dass sich die Geschäftslage (Ausweitung des Geschäfts) im Vergleich zum Vormonat verbessert hat. Werte unter 50 stehen für eine Verschlechterung, der Indexstand 50 selbst für eine unveränderte Entwicklung. Die teilnehmenden Unternehmen werden unter anderem nach Auftragseingang, Beschäftigtenzahl, Lagerbeständen, Lieferzeiten und Preisen befragt.

Die Daten der einzelnen Länder werden zum Euroland-Index aggregiert. Als Frühindikator spiegelt der EMI mit hoher Aktualität die wirtschaftliche Lage und das Wachstum der Geschäftstätigkeit wider. Selbst die EZB berücksichtigt diesen Indikator bei der Meinungsbildung zur Konjunktur.

Der EMI für den Dienstleistungssektor wird zwei Tage nach dem Einkaufsmanagerindex für den Industriebereich veröffentlicht. Letzterer stellt wohl den wichtigsten umfassenden Vorlaufindikator für den Dienstleistungsbereich im Euroraum dar. Dienstleistungs- und Industrieindex gemeinsam ergeben den Composite-Index, welcher den gesamtwirtschaftlichen Verlauf abbildet.

Die einzelnen Subindizes geben interessante Detailinformationen zur Wirtschaft. Beispielsweise stellt die Befragung zur Preisentwicklung einen wichtigen Vorlaufindikator für den Inflationsverlauf dar, das Umfrageergebnis zur Beschäftigtenzahl gibt Aufschlüsse zur Situation am Arbeitsmarkt (steigende/ sinkende Beschäftigung).

Seit Juni 2007 erscheint zusätzlich ein sogenannter "Flash-PMI" für die Eurozone, welcher etwa eine Woche vor Bekanntgabe des endgültigen PMIs veröffentlicht wird. Diese Schnellschätzung basiert auf etwa 85-90 % der gesamten auszuwertenden Antworten und gibt frühzeitig bereits eine sehr genaue Indikation für das Umfrageergebnis.

Relevanz für Finanzmärkte: Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit des Flash-PMIs ist dieser zunehmend in den Blickpunkt der Marktbeobachter gerückt. Bewegungen dieses Indikators wirken sich marktbewegend aus, wenn sie ausserhalb der Erwartungen der Finanzmärkte liegen. Der endgültige PMI-Index für die Eurozone führt aufgrund der Zuverlässigkeit der Schnellschätzung nur im Fall von Überraschungen zu einer Bewegung des Marktes. Auf Länderebene ist die Bedeutung des endgültigen Ergebnisses unverändert, d.h. unerwartete Ergebnisse können sich marktbewegend auswirken. Starke Veränderungen bei den Preis-Subindizes, Auftragslage oder Beschäftigung können unter Umständen ebenfalls für Kursreaktionen sorgen. Für die Wirkungszusammenhänge siehe "Ifo-Index" bzw. "Konsumentenpreisindex". Der Zusammenhang zwischen Vorlaufindikatoren und somit Konjunkturverlauf mit der Leitzinssetzung der Europäischen Zentralbank kann mit Hilfe des PMIIndex gut veranschaulicht werden:

Bild: Reuters Einkaufsmanager-Index.jpg

Weblinks / Quelle

Website der RZB (Raiffeisen Zentralbank)

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