Derivat
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Derivate Das Derivat ist lateinischer Herkunft (v. derivare = ableiten) und deutet darauf hin, dass der Preis (Kurs) dieser Instrumente von einem ihnen zugrunde liegenden Marktgegenstand (dem Basiswert) abhängt.
„Derivate sind daher Verträge, die das Recht garantieren, zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Die Preisbildung basiert auf einer marktabhängigen Bezugsgrösse (Basiswert oder Underlying). Basiswerte können Wertpapiere (z.B. Aktien, Anleihen), marktbezogene Referenzgrössen (Zinssätze, Indices) oder andere Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen) sein. Derivate können auch Basiswert von anderen Derivaten (2. Grades) sein.“ (Beschreibung laut Wikipedia)
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Die einzelnen Gruppen
Im Prinzip sind Derivate Verträge zwischen zwei Parteien. Die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Derivategruppen sind folgende:
Fixierte Verträge: Hier verpflichten sich beide Parteien in der Zukunft ein bestimmtes Gut zu liefern oder zu beziehen. Man nennt diese Geschäfte Forwards oder wenn es ein standardisiertes Produkt ist, das an Terminbörsen gehandelt wird, nennt man es Future.
Swaps: Hier handelt es sich um den Austausch von Zahlungsströmen. Dabei wird zwischen Zins- und Währungsswaps unterschieden. Auch dieses Geschäft ist verpflichtend.
Optionen: Hier erwirbt der Käufer einer Option nur das Recht etwas zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Jedoch muss ihm dieses Recht jemand gewähren und dieser im Fachjargon „Schreiber“ genannt, verpflichtet sich, dieses Recht zu erfüllen.
OTC-Derivat: Darunter wird ein nicht standardisiertes Derivat verstanden; z. B. ein Stahlerzeuger sichert sich seine zukünftige Eisenerzlieferung direkt von einer grossen Eisenerzmine. Dieser OTC Derivatemarkt ist in den letzten 10 Jahren regelrecht explodiert und stellt jetzt den Grossteil des gesamten derivativen Marktes dar.
Riesensummen
Die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr spricht in ihrer letzten OTC-Derivate Statistik zum Halbjahr 2008 von einem Volumenanstieg von 21 % gegenüber dem Jahresende 2007. Unglaubliche 863.000 Mrd. US$ werden mit OTC-Derivaten spekuliert. Das ist gut das 15fache der gesamten Weltwirtschaft. Neben dem enormen Volumen an OTC-Derivaten gibt es auch noch rund 84.000 Mrd. US$ in standardisierten Derivaten, die an Terminbörsen wie der EUREX oder CBOT gehandelt werden.
Enormes Systemrisiko
In diesem Volumen des gesamten Derivatemarktes besteht ein enormes Systemrisiko für die gesamte Weltwirtschaft. Im Prinzip ist zwar der derivative Markt ein „Nullsummenspiel“, denn was ein Marktteilnehmer verliert, das gewinnt ein anderer. Aber durch das enorme Volumen und damit einhergehende Verlustrisiko, können ganze Banken und Industrieunternehmen innerhalb kürzester Zeit in ihrer Existenz bedroht werden.
Platzen der derivativen Blase
Eine noch viel grössere Gefahr stellen aber die bereits bei Abschluss angefallenen Gebühren, Provisionen und Gewinnbeteiligungen dar. Man braucht nur an die Fülle von strukturierten Produkten wie Garantiezertifikate denken, die kreiert wurden und mit saftigen Gewinnmargen ausgestattet sind und waren.
Diese Gewinnbeteiligungen werden in der Regel ebenso wie die Provisionen und die Gebühren beim Handel bereits vorab ausbezahlt und sind damit schon dem ganzen System entzogen worden. Wenn wir nun annehmen, dass sich diese Kosten auf 1 bis 3 % des derivativen Volumens belaufen, dann fehlen beim Auflösen aller Positionen zwischen 9.000 und 27.000 Mrd. US$ - das entspricht ungefähr 50 % der Weltwirtschaftsleistung. Ob dieser Summe müssen die Notenbanken/ Regierungen alles versuchen, um ein Platzen der derivativen Blase zu verhindern, denn das würde eine Belastung für das ganze Finanzsystem bedeuten und dem 5 bis 10fachen der gesamten Subprime Kredite entsprechen.
Zu den Derivaten zählen handelbare Finanzprodukte wie Futures, Optionen, Swaps oder ähnliche Produkte.
Quelle: Joachim Brunner, für Börse Express Wiki

