CASH COLLECT-Zertifikate

Aus Börse Express - Das Finanz- und Wirtschaftswiki zum Marktplatz Wien

Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit EXPRESS-Zertifikaten können Anleger schon frühzeitig gewinnen. Wenn der Basiswert am Beobachtungstag auf oder über dem Call-Level notiert, bekommt der Inhaber den Nominalbetrag plus Zusatzbetrag zurück. Er kann somit sein Investment schon frühzeitig als erfolgreich bezeichnen. Allerdings bringt eine solch frühzeitige Tilgung auch Probleme mit sich. Denn der Anleger muss nun nach einer neuen Investmentmöglichkeit suchen. Das Reinvestieren der Rückzahlung ist erneut mit Transaktionskosten verbunden, die die Nettorendite schmälern. Doch auch für dieses Problem gibt es eine Lösung - CASH COLLECT-Zertifikate.

Grundlagen

CASH COLLECT-Zertifikate weisen viele Parallelen zu EXPRESS-Papieren auf, allerdings auch einen entscheidenden Unterschied: Die Laufzeit ist von vornherein klar festgelegt. Zu vorzeitigen Rückzahlungen kann es nicht kommen. Genau wie bei EXPRESS-Zertifikaten muss sich der Basiswert auch bei CASH COLLECT-Papieren regelmäßigen Prüfungen unterziehen. Wenn der Basiswert auf oder über dem Basispreis steht, sammelt das Zertifikat Geld an. Der Inhaber hat so jedes Jahr die Chance auf eine Auszahlung. Der Anlagebetrag bleibt während der Laufzeit investiert.

Neben der Chance auf jährliche Auszahlungen bieten CASH COLLECT-Zertifikate eine intelligente Teilabsicherung. Falls der Basiswert während der Laufzeit nie auf oder unter den PROTECT-Level fällt, bekommt der Investor bei Fälligkeit mindestens den Nominalbetrag zurück.

Um den Funktionsmechanismus zu verdeutlichen, werfen wir wieder einen Blick auf das Beispiel der XY-Aktie.

    Beispiel: CASH COLLECT-Zertifikat 
    Laufzeit: 4 Jahren + 3 Monaten 
    Basispreis: 100,00 Euro
    PROTECT-Level: 50,00 Euro. 

Die erste Überprüfung findet nach einem Jahr und drei Monaten statt. Danach kommt es zu jährlichen Beobachtungen. Wenn die XY-Aktie über dem Basispreis notiert, erhält der Anleger eine Auszahlung von 7,00 Euro.




Aufbau

CASH-COLLECT-Zertifikate sind eine Kombination aus einer Aktie ohne Anspruch auf Dividende (Zero-Strike-Call) und digitalen Optionen. Der Inhaber eines CASH-COLLECT-Papiers auf eine Aktie kauft indirekt eine Aktie ohne Dividendenanspruch. Darüber hinaus erwirbt er weitere Elemente: eine Serie von digitalen Call-Optionen und einen Down-and-Out-Put. Der Anleger verkauft darüber hinaus indirekt eine Call-Option mit einem Basispreis in Höhe des Basispreises.

  CASH COLLECT-Zertifikat = Zero-Strike-Call
                          + Serie von digitalen Call-Optionen
                          + Down-and-Out-Put
                          – verkaufte Call-Option

Der Kurs des gesamten Zertifikates ist stets die Summe aus diesen Einzelteilen. Im ungünstigsten Fall – wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter dem Basispreis notiert und während der Laufzeit einmal den PROTECT-Level berührt oder unterschritten hat – sind sämtliche Optionsbestandteile wertlos. Der Anleger erhält dann den Basiswert.

Die digitalen Optionen liefern ein Auszahlungsprofil, das leicht nachvollziehbar ist. Der Inhaber einer digitalen Call-Option erhält am Laufzeitende eine vorher festgelegte Auszahlung, wenn der Basiswert auf oder über dem Basispreis notiert. Bei CASH COLLECT-Zertifikaten kommen die digitalen Optionen an den Beobachtungstagen ins Spiel. Dann wird überprüft, ob der Basiswert auf oder über dem Basispreis steht. Ist dies der Fall, erhält der Inhaber des Zertifikates eine Auszahlung.

Der Down-and-Out-Put ist für die Teilabsicherungsstrategie verantwortlich. Genau wie eine herkömmliche Verkaufsoption gewinnt auch dieser Put an Wert, wenn der Kurs des Basiswertes fällt. Er gleicht somit mögliche Kursrückschläge aus. Allerdings funktioniert dieser Absicherungsmechanismus nur bis zu einem gewissen Punkt: dem PROTECT-Level. An dieser Stelle befindet sich die Down-and-Out-Schwelle der Put-Option. Wird sie vom Basiswert berührt oder unterschritten, verfällt der Down-and-Out-Put wertlos und das CASH COLLECT-Zertifikat büßt seinen Teilschutz ein.

Die verkaufte Call-Option begrenzt die Auszahlungsbeträge an den Beobachtungstagen und am Bewertungstag. Ob der Basiswert deutlich oder nur geringfügig über dem Basispreis notiert, ist an den Beobachtungstagen unerheblich. Zusätzliche Kursgewinne bedeuten keine höhere Auszahlung.

Der verkauften Call-Option kommt noch eine weitere Bedeutung zu. Durch den Verkauf fließt dem Emittenten Geld zu, was zur Finanzierung der Struktur – beispielsweise zum Erwerb der digitalen Optionen – benötigt wird. Darüber hinaus werden auch bei CASH COLLECT-Zertifikaten die Dividenden zur Finanzierung der Struktur benötigt. Aus diesem Grund eignen sich dividendenstarke Titel besonders gut als Basiswerte von CASH COLLECT-Zertifikaten.

Die Struktur von CASH COLLECT-Zertifikaten ist recht anspruchsvoll.


Quelle

Persönliche Werkzeuge