BIP-Deflator
Aus Finanz- und Wirtschaftswiki
Quelle: Eurostat
Erscheinung: vierteljährlich
Zeitpunkt: erste Woche
Verzögerung: + 4 Monate
Der BIP-Deflator (Preisindex des Bruttoinlandsproduktes, Preisindex der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) ergibt sich, indem man das nominelle durch das reale BIP dividiert. Hierzu wird das BIP einmal in den Preisen des jeweiligen Berichtsjahres und einmal in Preisen des Vorjahres ermittelt. Der Quotient gibt dann die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahr wieder, wobei die Mengen des Berichtsjahres die laufend aktualisierten Indexgewichte bilden. Der Preisindex ergibt sich somit im Rahmen der Berechnung des BIP implizit und wird daher auch als implizierter Preisindex bezeichnet. Der BIP-Deflator weist zwei wesentliche Unterschiede gegenüber dem HVPI auf:
- Der BIP-Deflator erfasst die Preise aller für die Endnachfrage neu produzierten Waren und Dienstleistungen, während der HVPI nur die Preise der Güter berücksichtigt, die von privaten Haushalten gekauft werden.
- Im impliziten Preisindex sind nur Güter enthalten, die im Inland erzeugt worden sind.
Importgüter sind kein Bestandteil des BIP und gehen deshalb nicht in den Deflator ein (es sei denn über indirekte Effekte). So führt beispielsweise ein Preisanstieg von importierten Autos zwar zu einer Erhöhung des HVPI, der BIPDeflator bleibt davon aber unberührt. Relevanz für Finanzmärkte: Die Entwicklung des BIP-Deflators wird deutlich weniger wahrgenommen als die des HVPIs.

