Alan Greenspan
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Alan Greenspan, geboren am 6. März 1926 in New York, ist US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und war vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. Er gilt als der große alte Mann der US-Notenbankpolitk und ist auch nach seinem Ausscheiden aus der Fed ein gefragter Opinion Leader, Wirtschaftsexperte und gesuchter Vortragender geblieben. Sein Nachfolger als US-Notenbankchef wurde 2006 Ben Bernanke.Seit August 2007 gilt Greenspan als Berater der Deutsche Bank im Bereich Investmentbanking.
Curriculum Vitae
In seiner Geburtsstadt New York-Bronx besuchte der Sohn eines Börsenmaklers, der auch Kantor an einer Synagoge war, die berühmte Musikhochschule Juilliard School mit dem Ziel, Musiker zu werden. Seine Instrumente waren das Saxophon und die Klarinette, mit der er seinem Vorbild Benny Goodman nachstrebte. Von 1944 an absolvierte er ein volkswirtschaftliches Studium, das er 1950 an der New York University mit dem Master-Grad abschloss. Danach studierte er kurze Zeit an der Columbia University. 1977 erlangte er an der New York University den PhD. Im Jahr 2005 wurde ihm von derselben Universität ein Ehrendoktor verliehen. Erst mit 71 Jahren heiratete Greenspan die damalige NBC-Korrespondentin im Weißen Haus, Andrea Mitchell.
Greenspans finanzpolitische Laufbahn begann 1953 mit der Beratungsfirma "Townsend-Greenspan & Co". 1967 unterstützte er Richard Nixon im Wahlkampf, der ihn 1974 als Präsident zum Chef des Council of Economic Advisers berief.
Vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 war er Vorsitzender des United States Federal Reserve Board. Greenspan erreichte in dieser Position internationales Ansehen. Insgesamt arbeitete er unter vier US-Präsidenten. Er wandte sich stets gegen eine feste Regelbindung der Geldpolitik, unter anderem mit seinem bekannten Ausspruch: "Geldpolitik ist keine angewandte Wissenschaft, sondern Kunst!"
Seine Berufung an die Spitze der US-Zentralbank erfolgte durch den republikanischen Präsidenten Ronald Reagan. Auch von Reagans Nachfolgern im Amt George Bush sen., Bill Clinton und George Bush jun. wurde Greenspan hoch angesehen.
Während Greenspans Amtszeit kam es zu einer Reihe von Wirtschaftskrisen: 1987 litten die USA unter den Folgen eines schweren Börsenkrachs, 1990 widerstand Greenspan dem Druck Bush sen., eine expansive Geldpolitik durchzuführen. Stattdessen blieb Greenspan bei einem auf Preisniveaustabilität ausgerichteten Kurs, weswegen man ihn mitverantwortlich für die Mitte 1990 in den USA einsetzende leichte Rezession machte, die durch den 1. Golfkrieg zusätzlich angeheizt wurde.
Mit Bushs Nachfolger Clinton arbeitete Greenspan ab 1993 zielorientiert zusammen; während Clinton eine auf Haushalts-Konsolidierung ausgerichtete restriktive Fiskalpolitik betrieb, gelang es der Fed, durch eine expansive Geldpolitik einen Impuls zur Wirtschaftsentwicklung zu geben.
Auf Initiative Greenspans und der EZB intervenierten die Notenbanken der USA, Japans, Kanadas und der EU in der Anfangszeit des Euro. Insbesondere durch die Stützungskäufe vom 22. September 2000 erholte sich der Euro, der unter 0,85 US-Dollar gesunken war, bis auf 90 US-Cent. Gemeinsam mit der EZB und der japanischen Zentralbank intervenierte die Fed unter Greenspan auch in der Folge des 11. September 2001.
Im Jahr 2001 war in den USA ein Verfahren gegen Greenspan wegen des Verdachts der Goldpreis-Manipulation anhängig, das aber für den Banker ohne Konsequenzen verlief.
Die Verlängerung von Greenspans fünfter Amtszeit als Chairman endete am 31. Januar 2006.
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