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02.06.2009

Deutsche Kanzlei geht gegen VIG-Tochter vor

(c)


Die deutsche Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) hat u.a. gegen die European Primes AG, die Vienna-Life Lebensversicherung AG und die dänische Sydbank A/S als finanzierende Bank eine erste Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht, teilt hrp mit. Die Vienna-Life Lebensversicherung ist eine im Fürstentum Liechtenstein angesiedelte Tochter der Vienna Insurance Group.

Der betroffene Anleger habe sich über eine überwiegend fremdfinanzierte fondsgebundene Lebensversicherung an einem Investmentfonds beteiligt. Dabei handelt es sich um den Primes Life One Dynamic-2-Fonds, einem sogenannten Dach-Hedge-Fonds. Nach Auffassung von hrp klärt der Prospekt der European Primes AG nicht ausreichend über entscheidungserhebliche Umstände auf. Zu nennen sei zum einen die undurchsichtige und komplizierte Gebührenstruktur. Dies führe dazu, dass der Fonds wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Allein im Jahr 2007, als die Aktienkurse deutlich angestiegen waren, hat der Fonds Verluste von 31,55 % produziert. Weiterhin werde durch widersprüchliche Formulierungen der Eindruck erweckt, dass die fondsgebundene Lebensversicherung kapitalgeschützt sei. Schliesslich werden nach Meinung von hrp die bestehenden Verlustrisiken nicht ausreichend deutlich gemacht.

Das Fondskonzept sei hoch komplex und die Funktionsweise nur sehr schwer verständlich. Die angelegten Gelder werden zunächst über eine fondsgebundene Lebensversicherung bei der Vienna Life Lebensversicherung AG in den Primes Life One Dynamic / 2-Fonds investiert. Dieser Fonds wurde von der European Primes AG initiiert und aufgelegt. Der Investmentfonds Primes Life One Dynamic / 2-Fonds lege seinerseits das Kapital zu 100% in eine kapitalgarantierte Primes Life One Note an, eine Inhaberschuldverschreibung, die von der CALYON-Bank emittiert wurde.

Der Primes Life One Dynamic / 2-Fonds investiere nicht nur die Einlage der Versicherten in diese Notes. Vielmehr hat der Investmentfonds die Berechtigung, bis zum Zweifachen der Kundengelder Fremdkapital aufzunehmen, um hiermit einen spekulativen Leverage-Effekt zu erzeugen. Der Primes Life One Dynamic / 2-Fonds spekuliert mit den Kundengeldern und dem Fremdkapital jedoch nicht selbst. Vielmehr werden die Gelder in Schuldverschreibungen der CALYON-Bank investiert.

Das bei dieser Bank gesammelte Vermögen werde von dort aus wiederum angelegt in ein sog. Primes Life One Portfolio der Plenum Investment AG. Das Primes Life One Portfolio, das, wie der Primes Life One Dynamic / 2-Fonds, ebenfalls von der Fa. Plenum Investment AG verwaltet wird, fungiert wie ein sog. Dach-Hedgefonds. Auch dieser Fonds sammelt zunächst nur die Gelder zur gemeinschaftlichen Kapitalanlage. Bis hierher wurden die Einlagen der Anleger und das Fremdkapital nur an andere Gesellschaften weitergereicht. Erst der Dachfonds seinerseits investiert das ihm anvertraute Vermögen in eine Reihe von unterschiedlichen Single-Hedgefonds. Erst an dieser Stelle werden die Gelder erstmals zur Erwirtschaftung der zumindest versprochenen Renditen für die Lebensversicherung angelegt, so die Kanzlei.

(red)


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