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08.02.2013

Aluminium - Metall mit den besten Langzeitaussichten


Aluminium, Magnesium und faserverstärkte Kunststoffe: Über neue Leichtbaumaterialien für die Autobranche wird seit einigen Jahren viel gesprochen und geschrieben, der althergebrachte Werkstoff Stahl scheint aus dem Rennen. Der Anteil der innovativen Alternativen nimmt in Studien und Konzeptfahrzeugen, aber auch in Serienmodellen kontinuierlich zu. Noch ist allerdings Stahl der mit Abstand wichtigste Werkstoff für die Automobilindustrie und die Lagerbestände bei Aluminium sind mit 5,147 Mio. Tonnen extrem hoch.

Das könnte sich aber längerfristig ändern. Denn Barclays hat kürzlich in einer Analyse festegestellt, dass die Nachfrage nach Aluminium ansteigen könnte, da mehr Bedarf aus der Autobranche erwartet wird. Laut den Experten werden die globalen Autobauer jährlich fünf Prozent mehr Aluminium benötigen - für die Fertigung einer steigenden Zahl von Fahrzeug-Bauteilen aus dem Leichtmetall. Das Nachfragewachstum könnte sich im nächsten Jahrzehnt noch einmal beschleunigen. Allein in den USA könnte der Bedarf um 40 Prozent steigen, wenn die Autobauer den Anteil von Aluminium in der Produktion ausbauen.

Immerhin, zwischen 1990 und 2012 hat sich der Anteil an Aluminium pro Automobil von 50 auf 140 kg nahezu verdreifacht. Bis 2020 könnte diese Menge auf 160 kg oder sogar 180 kg steigen, wenn auch Klein- und Mittelklassewagen dem Trend der Oberklasse in Bezug auf den Einsatz von allerdings vergleichsweise teurem Aluminium folgen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Ducker Worldwide in Zusammenarbeit mit der European Aluminium Association (EAA).

Auch bei der im Jänner über die Bühne gegangenen Automobilshow in Detroit war vor allem ein Trend festzustellen: Purzelnde Kilos. Leichte Karosserien verbrauchen weniger Benzin und machen das Fahren billiger und emissionsärmer. In den Modellen, die jetzt auf den US-Strassen sind, haben die Autobauer noch wenige Teile aus leichten und neuen Materialien verbaut – in vier bis sechs Jahren soll dann eine breite Masse an US-Autos mit leichten Bauteilen auf den Markt kommen. So testet Ford den Prototyp eines Pickup-Trucks, dessen Karosserie aus Aluminium ist und das Auto nur 318 Kilogramm schwer macht - um 15 Prozent leichter als das aktuelle Modell. In den USA passiert all dies aber nicht freiwillig. Denn die Regierung will, dass die Autos ab 2025 mit fast der Hälfte weniger Benzin pro Meile auskommen als derzeit.

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Aber Branchengrössen wie Alcoa-Chef Kleinfeld rechnen bereits 2013 mit einer leicht anziehenden Aluminiumnachfrage. Nach sechs Prozent Wachstum im Jahr 2012 sollen es nun sieben werden, getragen noch von der Flugzeugindustrie. In den Jahren bis 2020 sieht dann auch Kleinfeld zuversichtlich einer Verdoppelung der Alunachfrage entgegen.
Langfristig werden für Aluminium unter den Industriemetallen die höchsten Preissteigerungen erwartet. Morgan Stanley sieht bis 2018 ein Plus von 29 Prozent, für das bisher begehrte Kupfer dagegen ein Minus von fast zehn Prozent.

(cg)


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