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15.01.2013

Biotechnologie: Gedämpfte Stimmung in Deutschland

(c)


Zuletzt einige spektakuläre Flops bei neuen Medikamenten

In der deutschen Biotechnologie-Branche schwindet der Optimismus. Nur noch 44 Prozent der Unternehmen schätzen die künftige Geschäftslage günstiger als die aktuelle ein, ergab eine am Montag vorgestellte Umfrage des Branchenverbandes BIO Deutschland. Ende 2011 waren es noch 48 Prozent der befragten Betriebe, die von einer Verbesserung der Lage ausgingen. Nach der Erhebung unter rund 1.100 Unternehmen, an der sich 143 beteiligten, wollen 54 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen konstant lassen. 44 Prozent wollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhen. Nur zwei Prozent wollen hierfür weniger Geld ausgeben.

Die finanzielle Lage der Branche, die wegen der oft kostspieligen und langwierigen Forschungen auf Geldgeber angewiesen ist, verbesserte sich leicht. Nachdem 2011 mit 141 Mio. Euro Wagniskapital ein Tiefststand erreicht wurde, konnten im vergangenen Jahr 300 Mio. Euro eingesammelt werden. "Wir brauchen mehr Investoren, um Wachstum realisieren zu können", sagte BIO-Chef Peter Heinrich.

Die Biotech-Firmen haben auch ihre Erwartungen an die Politik heruntergeschraubt. 18 Prozent schätzen das politische Klima für ihr Geschäftsfeld als schlecht ein, vor Jahresfrist waren es 15 Prozent. "Der Optimismus der Bundestagswahl 2009 ist verflogen", sagte BIO-Geschäftsführerin Viola Bronsema. Die schwarz-gelbe Koalition habe die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Die noch im Koalitionsvertrag versprochene Förderung der grünen Gentechnologie habe es nicht gegeben. Auch die versprochenen Verbesserungen der Verlustverrechnungen für mittelständische Betriebe seien ausgeblieben. Das Gleiche treffe auf die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung zu.

In der Branche war zuletzt nicht alles rundgelaufen. Einige spektakuläre Fehlschläge hatten in den vergangenen Monaten für großes Aufsehen gesorgt. Bei der Biotechfirma Agennix war das wichtigste neue Medikament zur Behandlung von Lungenkrebs in einer klinischen Studie durchgefallen. Die Substanz Talactoferrin konnte im Vergleich mit einem Placebo das Leben der Patienten nicht verlängern. Auf einem Erfolg der Substanz hatten aber zuletzt alle Hoffnungen des Unternehmens und der Investoren geruht. Die Aggenix-Aktie rauschte daraufhin an der Börse um mehr 75 Prozent in den Keller.

Einen herben Rückschlag musste auch die Biotechfirma Wilex verkraften. Eines der wichtigsten neuen Präparate des Unternehmens, das Nierenkrebsmedikament Rencarex, erwies sich in einer klinischen Studie als nicht wirksam. Die Aktie der Firma war daraufhin über 60 Prozent Euro eingebrochen. Nun streicht das Unternehmen in seiner Firmenzentrale in München rund ein Viertel seiner Stellen.

(APA/Reuters)


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