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04.01.2013

Industriemetalle 2013: Differenzieren ist wichtig


Ein schwieriges Jahr haben sie hinter sich gelassen - die Industriemetalle. Wer 2012 auf Kupfer & Co gesetzt hatte, der musste auf grosse Erfolgserlebnisse verzichten. Bereits seit Januar 2011 bewegte sich der GSCI - der Index bietet von Erdöl über Industriemetalle bis zum Lebendrind eine Auswahl aus 24 verschiedenen Rohstoffe - im Wesentlichen seitwärts. Der Thomson Reuters/Jefferies CRB-Index sah genauso schwach aus.

Wenn es nach Christian Gattiker-Ericsson, Chefstratege bei der Bank Julius Bär, geht, ist das kein Zufall: "Ein Ende des Superzyklus bei Rohstoffen ist in Sicht." Der Experte fasst zusammen, was derzeit viele Anlageexperten denken: "Investoren sollten ihre 'Kaufen-und-Halten-Strategie' ändern." Sie funktionierte früher recht gut. Der Rohstoff-Superzyklus war das grosse Thema der vergangenen zehn Jahre. Durch das enorme Wachstum in den Schwellenländern wuchs die Nachfrage nach Rohstoffen in den vergangenen zehn bis 15 Jahren so schnell, dass die Produzenten nicht mehr hinterherkamen. In der Folge stiegen die Preise Jahr für Jahr, aus normalerweise kleinen Zyklen war ein riesiger Superzyklus geworden. Damit scheint es nun vorbei zu sein. Die Förderer haben ihre Kapazitäten massiv ausgebaut, gleichzeitig steigt die Nachfrage aus den Schwellenländern längst nicht mehr so schnell wie zuvor. In der Folge schwanken die Preise zwar nach wie vor, es gibt aber keinen einheitlichen Trend nach oben mehr, sondern nur noch individuelle, kurze Preiszyklen – genau wie vor Beginn des Superzyklus. Auch Citigroup-Experte Edward Morse verkündete jüngst in seinem Ausblick auf das kommende Jahr, dass das zukünftig moderatere Wachstum in China nach seiner Einschätzung dauerhaft weitere Höhenflüge verhindere.

Dem widersprechen die Analysten von Goldman Sachs in ihrem Jahresausblick 2013: Die Rohstoffpreise würden vermutlich nicht sehr viel mehr steigen, böten aber immer noch Gelegenheiten. Immerhin rechnen die Fachleute dort mit einem Plus zwischen sieben und elf Prozent zum Jahresende. Entscheidend sei, was die Konjunktur 2013 macht und ob die Nachfrage wieder steigt. Positiv gestimmt ist auch Stefan Bielmann, Chefvolkswirt der DZ Bank: "Die zyklischen Rohstoffe gehörten 2012 zu den Rohstoffverlierern. Das wird sich 2013 ändern." Anders als die Fachleute der Citigroup rechnet Bielmann nämlich mit einem starken Anschub aus China: “Vor allem das Konjunktur-Comeback in China wird sich als wesentlicher Preistreiber erweisen. Das chinesische Wachstum wird – getragen von multimilliardenschweren Konjunkturmassnahmen - wieder auf 8,5 Prozent zulegen, was sich besonders positiv auf die "China-zentrischen" Basismetalle auswirkt.” Auf Industriemetalle zu setzen hält auch Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, für einen guten Weg, um 2013 Geld zu verdienen. Sein Zugpferd ist ebenfalls China.

Allerdings, und da sind sich alle Experten einig, differenzieren ist angesagt. Neben Kupfer könnten Blei und Zink längerfristig zulegen, sagen beispielsweise die Analysten der Credit Suisse.

(cg)


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