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20.12.2012

Umsatz bei Weinauktionen fällt 19%


Die Wein-Verkäufe bei den größten Auktionshäusern der Welt sind in dem zu Ende gehenden Jahr um 19 Prozent eingebrochen. Wirtschaftliche und politische Unsicherheit mit Blick auf China ist wohl einer der Gründe dafür, dass sich die Nachfrage nach angesehenem Bordeaux und anderen Weinen abgekühlt hat.

Die Verkäufe bei Acker Merrall & Condit, Christie’s International, Sotheby’s, Zachys und Hart Davis Hart Wine Co. (ohne Internet-Geschäfte) brachten in diesem Jahr rund 322 Mio. Dollar (etwa 244 Mio. Euro), inklusive der Gebühren. Bei vergleichbaren Veranstaltungen in 2011 waren es noch 397 Mio. Dollar gewesen. Das geht aus Daten hervor, die Bloomberg News zusammengetragen hat.

Besonders das Interesse aus China - das Land hatte zuletzt das Wachstum im internationalen Handel von feinen Weinen angetrieben - war in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres eher schwach.

“China war ein im Großteil des Jahres ein schlafender Riese”, erklärte Miles Davis, Partner bei Wine Asset Managers in London, in einem Interview mit Bloomberg News. “Es sieht so aus, als würde dieser jetzt ganz langsam wieder erwachen. Wir hatten in jüngster Zeit ein paar größere Bestellungen aus China. Und die Preise sind so stark gefallen, dass die Geschäfte insgesamt wieder an Fahrt gewinnen.”

Die Nachfrage war zumindest in den letzten beiden Monaten des Jahres wieder etwas fester - nachdem in Peking eine neue Führung ausgewählt wurde und viele Leute die Preise bestimmter Bordeaux-Weine wieder als attraktiv wahrnahmen, sagen auch andere Händler.

Als Grund für den schwachen China-Markt in der ersten Hälfte des Jahres nennt Davis ein flaues Wirtschaftswachstum, zu hohe Lagerbestände bei Händlern in Hongkong und Untersuchungen zu Korruption seitens der Regierung.

Wie dem auch sei: Am Ende des Jahres stand Hongkong hinter rund 44 Prozent aller Wein-Verkäufe bei den fünf führenden Unternehmen der Branche - damit ist die Stadt einmal mehr das größte Zentrum internationaler Wein-Auktionen.

“Die Auktionspreise für die Top-Bordeaux-Weine sind in den vergangenen 18 Monaten zwischen 20 und 50 Prozent gefallen”, erklärte David Elswood, Direktor Weine bei Christie’s International. “Die Bedingungen im Handel werden weiterhin schwierig sein. Wir erwarten eher keinen Aufschwung im Bordeaux- Markt in der ersten Hälfe 2013.”

Nach vorläufigen Zahlen setzte Christie’s bei klassischen Auktionen in diesem Jahr rund 87,7 Mio. Dollar ein, Gebühren eingeschlossen - fünf Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr. Das Unternehmen setzte darüber hinaus aber auch noch Weine über das Internet ab, hier lag das Volumen bei 1,42 Mio. Dollar.

Bei Acker mit Sitz in New York kamen in den Auktionssälen 76,7 Mio. Dollar und damit sogar 25 Prozent weniger als im vergangenen Jahr herein. Allerdings hat die Firma ein größeres Internet-Geschäft als der Konkurrent Christie’s und setzte dort 6,65 Mio. Dollar um. Zachy’s kommt auf ein Volumen von 66,4 Mio. Dollar, 16 Prozent weniger.

Die beiden Wettbewerber Hart Davis Hart und Sotheby’s - die anders als Christie’s keine Auktionen auf dem europäischen Festland abhalten - waren die größten Verlierer im Vergleich. Sotheby’s registrierte rund 64,5 Mio. an internationalen Wein- Verkäufen in 2012 (minus 25 Prozent), und bei Hart waren es 26,3 Mio. Dollar (minus 30 Prozent).

Wein aus dem Burgund war der größte Aufsteiger des Jahres 2012. Oftmals verdrängte der Burgunder den Bordeaux in Top-10- Preislisten, die nach Auktionen veröffentlicht wurden. Und ungewöhnliche hohe Summen wurden bezahlt für die Weine von Winzer Henri Jayer, der im Jahre 2006 verstorben war.

bloomberg


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