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07.12.2012

Gold: Höhere Realzinsen als Damoklesschwert?


Goldman Sachs hat vor kurzem seine Goldpreisprognosen nach unten revidiert. Der Grund: “Mittelfristig ist der Ausblick für Gold zwischen zwei gegensätzlichen Kräften gefangen: mehr Lockerungsmassnahmen durch die Fed und ein leichter Anstieg der Realzinsen aufgrund eines besseren US-Wirtschaftswachstums”, heisst es in dem Report. Die Begründung, wie die Realzinsen ansteigen sollen, wenn die Notenbanken die Marktzinsen künstlich niedrig halten,, um eine bezahlbare Staatsfinanzierung im Rahmen der weltweiten Rekordverschuldung zu gewährleisten, bleiben die Analysten schuldig.

Wie überhaupt Realzinsen - als Differenz zwischen Bondrenditen und Inflationsrate - und der Goldpreis zusammenhängen, hat sich Adam Hamilton von Zeal Research angeschaut: ”Negative Realzinssätze schaffen einen starken Anreiz für Investoren, die ihr Geld in Anleihen angelegt hatten, einen erheblichen Teil ihres Portfolios in diesen einzigartigen Vermögenswert zu investieren, damals wie heute.” Hamilton kommt zum Schluss, dass die negativen Realzinssätze der vergangenen Jahre einer der wichtigsten Faktoren für den Beginn des säkularen Goldbullenmarktes waren. Seiner Meinung nach nahm er seinen Anfang, als die Realzinsen nach 2002 und bis ins Jahr 2005 hinein negativ blieben. Erst 2006 wurden die Renditen von der Fed unter Greenspan wieder auf ihr ursprüngliches Niveau von vor 2000 und auf rund fünf Prozent gebracht. Der Goldpreis stagnierte. Nach einer einjährigen Seitwärtsphase und einer durch die Hypotheken-Krise ausgelöste neuerlichen Leitzinssenkung, begann der Realzins wieder zu fallen. Der Goldpreis erreichte neue Hochs im Bullenmarkt. Anfang 2008 begannen die Dinge sich zu stabilisieren, aber - gezwungen durch die Finanzkrise - reduzierte die Fed unter Bernanke erneut die Zinssätze - diesmal bis fast auf Null. Und Gold holte rapide auf. Für Hamilton kam der Preisanstieg von Gold nach der Krise erst Ende 2011 zum Stillstand, als die weit im negativen Bereich befindlichen Realzinssätze aufgrund nachlassender Inflationsraten wieder leicht zu steigen begannen. Für die Zukunft ist er optimistisch gestimmt: “Der Anleihenmarkt wirft weiterhin kaum Renditen ab, daher ist Gold eine sehr attraktive Anlageoption geblieben. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass sich das in der nächsten Zeit ändern wird.”

Nächste Woche wird also spannend für Gold, denn der monatliche Offenmarktausschuss der Fed fällt wieder eine Entscheidung. Ben Bernanke hatte sich im September dazu entschlossen, neben dem monatlichen Immobilienpapieraufkauf für rund 40 Mrd. Dollar, das Wirtschaftswachstum auch mit der Aussicht auf eine verlängerte Niedrigzins-Politik anzukurbeln: Der Leitzins soll mindestens bis Mitte 2015 im Bereich der historisch niedrigen Spanne zwischen null und 0,25 Prozent liegen.

Ob es, wie ein Grossteil der Händler am US-Bondmarkt glaubt, vor Jahresende weitere Anreize für eine Konjunkturerholung gibt, hängt nicht zuletzt vom heutigen Arbeitsmarktbericht ab. Denn die Fed will mehr tun, und das “solange, bis die gewünschte Erholung erreicht ist”.

(cg)


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