Angesichts der über dem Zielwert der
EZB liegenden Inflationsrate sei nun "grosse Wachsamkeit" angebracht, gab EZB-Präsident
Jean-Claude Trichet am Donnerstag der zurückliegenden Woche zu Protokoll. Seither ist für viele
Marktteilnehmer so gut wie fix, dass der
Leitzins bereits im April angehoben wird. Das Novum dabei: Die EZB läutet vor der Federal Reserve die Zinswende ein. Das war in der - zugegeben jungen - Geschichte des
Euro noch nie der Fall.
Die Teuerung und ihre Auswirkungen auf die
Unternehmen beschäftigten zuletzt zunehmend die Investoren. Dem tragen auch Analysten Rechnung. Die Zahl jener Reports, die sich mit der
Inflation im Allgemeinen, möglichen Profiteuren und Verlierern sowie potenziellen Inflationshedges beschäftigt, nimmt zu. Ein paar Beispiele wollen wir dieses Mal in der "Analyse der Woche" herausgreifen.
"Issues in Inflation" nennt sich etwa ein Report vom Economic Research der Deutschen Bank. Markus Heider schreibt darin u.a.: "Longer historical experience suggests that inflation forecast errors can be large, certainly larger than those for real economic growth. While productivity trends are slow moving, inflation can change quickly especially when economies or policy frameworks undergo structural change. Given the events since autumn 2008, the uncertainty about the inflation outlook clearly now would seem higher than at any point during the 1990s or 2000s." Die unkonventionellen geldpolitischen Massnahmen infolge der
Finanzkrise, der Anstieg der öffentlichen Verschuldung sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf die Rohstoffpreise haben die Inflationsrisken für die kommenden Jahre eindeutig nach oben verschoben.
Damit einher geht natürlich die Suche nach Inflationsabsicherungen. Das bewegt die Investoren vor allem, da "Studien zeigen, dass weder
Aktien, noch
Rohstoffe oder
Immobilien in der Vergangenheit eine hohe und stabile Korrelation mit einer unerwarteten Inflation gezeigt haben", schreibt der DB-Experte. Der Markt für sogenannte "inflationsgeschützte" Anlagen ist übrigens seit Anfang 2000 stark gewachsen. In einigen entwickelten Märkten sind bereits 20% der Sovereign Bonds an die Inflation gekoppelt. Darauf zielt auch eines der Fazits ab: "Inflation market valuations do not reflect the upside risks and inflation protection is hence not expensive especially when compared other 'real' assets like gold. This argues for some diversification towards inflation-linked bonds."
Industrials unter der Lupe
Die Analysten der UBS haben ihr Aktienuniversum im Small und Mid
Cap Industrial Bereich mit Blick auf die Inflation unter die Lupe genommen, dazu zählen auch die österreichischen Werte
Andritz und
Zumtobel. Die Unternehmen dieser Branche sind ja prinzipiell rohstofflastig und arbeitsintensiv (und damit auch stärker steigenden Löhnen ausgesetzt). Die Analysten haben dabei auch Fragebögen an die Unternehmen ausgeschickt.
Das Ergebnis: "Mit Ausnahme von Agfa glauben wir, dass die Unternehmen in unserem Aktienuniversum die höheren Rohstoffpreise gut handhaben können. Das schliesst zwar temporäre Gewinndämpfer aufgrund des Timings für die Weitergabe von Preisanstiegen nicht aus. Unterm Strich erachten wir die hohen Rohstoffpreise aber als positiv für unsere Unternehmen, da sie eine gesunde
Wirtschaft, eine steigende Kapazitätsauslastung und somit höhere Ausgaben für Kapitalgüter unterstellen."
Immos als Inflationshedge
Cheuvreux-Analystin
Christine Reitsamer hat in einem aktuellen Report die Eignung der österreichischen Immotitel als Inflationshedge unter die Lupe genommen, also welche Unternehmen die Teuerung am ehesten an die Mieter weitergeben können und nicht allzu stark von steigenden
Zinsen belastet werden. Das Ergebnis:
conwert vor
CA Immo vor Atrium vor
Immofinanz.
Die Details finden Sie hier:
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Allgemeines
Die
Börse Express Redaktion kürt jeweils zum Wochenschluss eine "Analyse der Woche" bzw. geht auf bestimmte Analyse-Themen schwerpunktmässig ein. Dabei wollen wir rückblickend nochmals auf jene Reports hinweisen, die entweder deutliche Kursreaktionen ausgelöst, überraschende Aspekte oder neue Ansätze enthalten haben.
Die BE-Redaktion erhebt natürlich keinen Vollständigkeitsanspruch, wir können nur jene Analysen in unsere Überlegungen einbeziehen, von denen wir wissen. Auch wird die "Analyse der Woche" nie frei von subjektiven Einschätzungen sein. Aber das ist die Börse auch nicht.
WIE GUT ERKENNEN SIE DIE AKTIENCHARTS?
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