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17.10.2010 09:51
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EVN-Tochter RAG vergrössert ihre Gasspeicher

Künftig wichtige Rolle als Back-up für Renewables - Gas- und Ölfunde auch in Ungarn und Polen erhofft
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Bereits 2014 werden die heimischen Erdgasspeicher der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) von heute 5 auf 6 Mrd. m3 ausgebaut sein, die derzeitige Zielgröße. Seit der Russengas-Krise von Anfang 2009 hat die EVN-Tochter die pro Stunde entnehmbare Gasmenge von 1,9 auf 2,5 Mio. m3 erhöht, umgelegt auf Strom seien dies 1.200 MW, sagte RAG-Chef Markus Mitteregger im Interview mit der APA. Künftig würden Gasspeicher als "Energiespeicher" immer wichtiger - für Gaskraftwerke als Gegenstück zu Solar- oder Windenergie, denn Pumpspeicher seien nach ein, zwei Tagen leer. Ihre Gas- und Ölfördertätigkeit setzt die seit 75 Jahren bestehende RAG fort. Neben Österreich ist man auch in Bayern, Ungarn und Polen aktiv. Vorwürfe des Energie-Regulators von zuwenig Wettbewerb im Speicherbereich weist Mitteregger zurück.

Derzeit steht bei der RAG eine Gasspeicher-Kapazität von 1,1 Mrd. m3 in Puchkirchen zur Verfügung, weitere knapp 2,7 Mrd. m3 in Haidach und - in Kürze - weitere 1,2 Mrd. m3 aus dem ersten Teil des in Salzburg an der Grenze zu Oberösterreich gelegenen "7Fields"-Speichers. Hier sollen die Stufen 2 und 3 mit nochmals 1 Mrd. m3 für 200 Mio. Euro in mehr als drei Jahren fertig sein. Bis auf kleinere Speicher sei der Ausbau dann vorerst abgeschlossen.

Ihre wichtige Rolle zur Sicherung der Gasversorgung haben die Speicher zuletzt Anfang 2009 bei der dreiwöchigen Gaskrise unter Beweis gestellt, als die RAG vorübergehend 40 Prozent des heimischen Bedarfs gedeckt hat, obwohl ihre Vorräte damals noch kleiner waren als heute. Gemeinsam mit der OMV konnte man durch "Umdrehen" der Fließrichtung teils auch Ost- und Südosteuropa mitversorgen. Die ursprünglich nur zum Sommer-Winter-Ausgleich gedachten Speicher hätten so eine neue Funktion bekommen, betont Mitteregger. Die "Zukunftsvision" sei der schnell verfügbare Gaseinsatz in Back-up-Kraftwerken für Erneuerbare Energien: "Diese Mengen müssen im Land gespeichert werden, die kann man nicht erst bei Bedarf importieren." Der inländische Erdgas-Jahresverbrauch lag zuletzt 2009 bei 8,2 Mrd. m3, allein das 2011 in Betrieb gehende 830-MW-Kraftwerk Mellach des Verbund wird im Volleinsatz eine Mrd. m3 jährlich benötigen.

Die Ölförderung in Österreich will die RAG "über die Jahrzehnte" weiter bei je rund 130.000 t pro Jahr halten, im Vorjahr entsprach diese Menge etwa einem Achtel der gesamten heimischen Förderung - den Großteil steuert die OMV bei. Die RAG habe sehr viel in eigene Bohranlagen investiert, "auch als der Rohölpreis bei nur 40 Dollar pro Fass gelegen ist". Jedes Jahr investiert das Unternehmen 200 Mio. Euro. Der Mitarbeiterstand beträgt 400, samt ausgelagerten Leistungen über tausend. Bei Erdgas war die RAG 2009 etwa für Sechstel der in ganz Österreich geförderten 1,6 Mrd. m3 verantwortlich.

Auch im Ausland sucht die RAG nach Öl und Gas - Konzessionen wurden in Bayern, Ungarn und Polen erworben. In Bayern könnte man jetzt erstmals fündig geworden sein, die Tests laufen. Es geht dort um Gas, aber auch um Öl - es wird mit Hilfe der 3D-Seismik auch dort nach "übersehenen" Öllagerstätten gesucht. In Ungarn, wo die Lizenzgebiete größer sind als in Österreich, ist nach einer seit April laufenden Gas-Miniproduktion die erste Explorationsbohrung für 2011 geplant, primär hofft man auch da auf Gas. Mit der MOL besteht eine "preferred partnership", teils hält man Konzessionen gemeinsam.

Größer angelegt ist die 2009 gestartete Explorationstätigeit in Polen. Hier ist man - mit Partnern u.a. aus Italien (Sorgenia) und den USA - zu 26 Prozent an der Saponis Sp. z.o.o. beteiligt. Bei dem "Shale Gas"-Projekt hofft man in einem 3.000 km2 großen Gebiet auf Gasfunde in Tongestein, erläutert Mitteregger, oft auch "Schiefergas" genannt. Für dieses unkonventionelle Erdgas gilt Polen in Europa als "der" Hotspot: Insgesamt könnten mehrere Billionen m3 im Boden schlummern. Die erste Bohrung ist noch für heuer geplant, die zweite für Mitte 2011 und die dritte für Ende 2011 - jede einzelne schlägt sich mit Kosten von einigen Millionen Euro nieder.

In Österreich werde man beim Gasspeicher "7Fields" die Anbindung an das heimische Gasnetz wie vom Regulator gewünscht vornehmen. Das dauere aber zumindestens drei Jahre, bis das umgesetzt sei. Unmittelbar verantwortlich dafür seien die Oö. Ferngas und die E.ON Gas Storage, die bei "7Fields" als Anbieter fungiert - die RAG ist technischer Operator. Die Kosten würden bei einigen Millionen liegen, zahlen müssten das über die Netztarife die Kunden. Bis Jahresende soll wie berichtet der Regelzonenführer AGGM der Energie-Control Kommission ein Anbindungskonzept vorlegen. Zu "7Fields" habe man angenommen, dass die jetzige indirekte Verbindung via Penta West ins österreichische Gebiet hinein ausreiche. Dieser Speicher und auch Haidach hängen derzeit nur am deutschen Netz.

Die Wettbewerbsbedenken des Energie-Regulators bezüglich des von OMV, RAG, Gazprom und Wingas beherrschten heimischen Gasspeicher-Marktes weist der RAG-Chef zurück. Die von der E-Control behaupteten Informationsvorsprünge der auch im Vertrieb tätigen Speicher-Akteure gebe es nicht: "Wir sind nur an der Speicherentwicklung interessiert, wir wollen hier niemanden diskriminieren." Vom Verauktionieren von Gasmengen, für das sich der Regulator stark macht, hält Mitteregger wenig, "das würde nur die Preise hochlizitieren, und unseren Partnern würden Chancen genommen". Bei Haidach vertreibt Gazprom zwei Drittel der Mengen und ein Drittel Wingas. Bei "7Fields" tritt E.ON Gas als Vermarkter auf.

2009 musste die RAG durch die Wirtschaftskrise einen Umsatzrückgang von 368 auf 276 Mio. Euro verbuchen. Das Betriebsergebnis sank auf 67 (136) Mio. Euro, der Jahresüberschuss ging auf 49 (109) Mio. Euro zurück. Zu 50,025 Prozent gehört die RAG der börsenotierten niederösterreichischen EVN, zweitgrößter Aktionär ist E.ON Ruhrgas mit 29,975 Prozent. Je 10 Prozent halten die Steirische Gas-Wärme und die Salzburg AG.
 
APA
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