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26.08.2010 21:02
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Budgetsorgen und Bankgeheimniskrämerei am runden Tisch in Wien

Fünf Finanzminister nach Treffen zugeknöpft - Dürre Kommuniques aus Bern und Vaduz - Pröll greift anonyme Vermögens-Trust-Konstruktionen auf Steuerinseln an

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Die fünf Finanzminister von Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg hatten am Donnerstagabend beim informellen Ministertreffen mit Öffentlichkeit nichts am Hut. Es ging bei den Beratungen am runden Tisch in der Wiener Albertina um die überall laufende Budgetsanierung, um Bankenabgaben und das europäische Streitthema Bankgeheimnis, wo Deutschland auf die Nachbarländer wiederholt Druck gemacht hat. Österreichs Finanzminister Josef Pröll ortet dabei aktuell aber "keinen Druck aus Deutschland". Österreich geht es vorrangig um das Ende anonymer Veranlagungen über Finanzkonstruktionen wie britische Trusts, sieht dies vor allem als OECD-Thema. Vorher will er nicht über automatischen Info-Austausch reden.

Liechtenstein ließ es am Abend nach dem Treffen in Wien ebenso mit einer dürren Aussendung bewenden wie die Schweiz. Die Causa Bankgeheimnis wurde mit "bilateralen Steuerfragen" umschrieben. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble verließ das Treffen wegen eines weiteren Termins früher. Anders als beim Eintreffen, als Schäuble zur Zukunft des Bankgeheimnisses in Österreich von "gemeinsamen Regelungen" sprach, die man im Interesse aller finden werde, gab er sich im Anschluss zugeknöpft: "Fragen Sie die Kollegen", meinte er zu wartenden Medienvertretern. Persönlich wollten sich allerdings auch weder der Schweizer Minister noch seine Kollegen aus Liechtenstein und Luxemburg erklären. Auch Gastgeber Pröll gab keine Schlusserklärung ab.

Im Wiener Finanzministerium war am Abend von einem sehr offenen Meinungsaustausch die Rede, ohne Zwang, jedes Mal gleich ein Ergebnis veröffentlichen zu müssen. Die Minister waren auf Einladung von Pröll nach Wien gekommen. Über das Ergebnis der Beratungen wurde Stillschweigen ausgemacht. Das Klima zwischen den Ministern werde immer besser, wurde im Umfeld von Pröll beteuert.

Vor dem Fünfertreffen hatten Schäuble und der scheidende Schweizer Minister Hans-Rudolf Merz bilateral gesprochen. Merz war in Begleitung seines Staatssekretärs Michael Ambühl in Österreich. Beim Treffen beauftragten sie eine seit März bestehende gemeinsame Arbeitsgruppe, im Herbst Eckwerte für Verhandlungen zu unterbreiten. Ambühl hatte letzte Woche erklärt, im Herbst werde sich zeigen, ob beim neuen Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland eine Einigung erzielt wird.

Ambühl leitet seit März das schweizerische Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF), das die Regierung in Bern angesichts des steigenden Drucks auf den Finanzplatz ins Leben gerufen hatte. Ambühl glaubt, dass Finanzfragen für längere Zeit die zentrale Herausforderung der Schweiz blieben, wie er letzte Woche vor Medien erklärte. Es gelte zu vermeiden, dass die Schweiz "jede zweite Woche" auf irgendeiner schwarzen Liste lande. In der Schweiz geht es aktuell um den Umgang mit alten unversteuerten Geldern und eine Abgeltungssteuer. Bewegung gibt es, wie Ambühl damals laut sda sagte, auch an der Zinsbesteuerungs-Front, wo er im Herbst EU-Vorschläge erwartet.

Die Liechtensteinische Regierung hat am Abend in einem Kommunique auf ihre eigene Erklärung vom März verwiesen, die als "klares" Signal zu werten sei, dass das Land als Teil der Staatengemeinschaft und als international vernetzter Wirtschaftsstandort "seine Verantwortung wahrnimmt und auch in Steuerfragen Hand zu international akzeptierten und pragmatischen Lösungen" biete. Regierungschef und Finanzminister Klaus Tschütscher zog zum Ministertreffen in Wien positive Bilanz. Liechtenstein verhandelt gerade mehrere Doppelbesteuerungsabkommen. Verhandlungen mit Deutschland sollen noch heuer abgeschlossen werden.

Ausgetauscht haben sich die Minister noch zu Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuer. Neuerliche Konjunktursorgen waren ebenso am Tisch wie die Budgetsanierung. Für den deutschen Minister Schäuble wird es bei nüchterner Betrachtung noch mindestens bis 2012 dauern, ehe eine "konjunkturelle Normallage" erreicht werde, sagt er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ, Freitagausgabe). Das BIP-Niveau liege noch immer unterhalb des Niveaus von 2007 oder 2008. Auch wenn sich die aktuelle Erholung fortsetze, werde es noch einige Zeit brauchen, bis der Wachstumseinbruch des Vorjahres überwunden sei. "Wir müssen uns zudem darauf einstellen, dass es weitere weltwirtschaftliche Belastungen geben kann, sei es durch Entwicklungen an den Rohstoffmärkten oder durch eine Eintrübung der Konjunktur in den USA", warnte er.
 
(APA)
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ATX verbucht Jahresverlust von 34,9 Prozent2011-12-29 18:30:06
pennystock
473 Postings
seit 2003-02-10


denn das schaut vermutlich schlecht aus mit der kursgewinnsteuer, viel wird da für die regierung nicht rausspringen :-))

, Nr. 2 
antworten
Lügendetektor
76 Postings
seit 2011-10-14


Nicht herausspringen? Wer Verluste auf Altbestände hat kann damit steuerlich nichts anfangen, wer aber heute bereit ist Risiko auf sich zu nehmen und zu kaufen muss auf eventuelle Gewinne Steuern zahlen - da wird für die Umverteilungsideologen schon einiges hängen bleiben.

, Nr. 3 
antworten
garein
630 Postings
seit 2007-08-06


Es nimmt aber niemand das Risiko auf sich. Schon gar nicht an einem Börsenplatz, der nicht beaufsichtigt ist und von einem korrupten System mit ebenso korrupter Justiz gehalten wird. Die Wiener Börse ist tot und daran wird sich - solange sozialistische Parteien regieren - auch nichts ändern.

, Nr. 6 
antworten
big_mac
5529 Postings
seit 2008-08-03


ich fürchte, es gibt nur sozialistische Parteien in Österreich.

, Nr. 7 
antworten
jahohl
1813 Postings
seit 2007-12-11


deswegen hat der Faymann ja auch von "Her mit der Marie und Zaster gesprochen ;-)" klingt ja auch cooler nach ausrauben!

Aber zu Glück hat die Börsensteuer ja nicht wirklich ;-) eine negative Auswirkung auf die Wr. Börse wie die Politiker versichert haben. Und das ist wichtig. Da kennen sich unserer Polit Wirtschaftsexperten zum Glück ja aus! Sowie im Anzeigenschalten!

, Nr. 4 
antworten
pennystock
473 Postings
seit 2003-02-10


solange nicht gespart wird muss man eigentlich JEDE neue steuer verweigern, doch ich kenne persönlich auch niemanden (inkl. meiner selbst), der etwas gegen 25% steuer auf kursgewinne einzuwenden hat.

es geht nur um die art der umsetzung

, Nr. 5 
antworten
Anthean
5575 Postings
seit 2007-08-24


Weil man sich um diverse Steuern rumdrückt, wird jetzt (wie von mir erwartet) schon über die USt. nachgedacht - was laut einer Studie mehr bringt als eine Vermögenssteuer. No na - wozu man für so eine jedem Volksschüler klare Einsicht eine Studie in Auftrag geben muß, kann nur einen Grund haben: um sich damit vor dem Bürger zu rechtfertigen.

, Nr. 8 
antworten
twin
400 Postings
seit 2008-04-06



wie sagt man so schön:
ich glaube nur an die statistik, die ich selber gefälscht,
blödsinn, naturlich erstellt habe.
ich weis nicht, wer die studie erstellt hat, von der du sprichst.
aber generell würde ich das so sehen:

je öfter ich eine studie erstellen lasse und bezahle,
- umso öfter kann ich die schuld dem verfasser zuschieben
(s.a.o.anthean)
- um so öfter wird das ergebnis meinen erwartungen anhand der
fragestellung gerecht werden.
- um so öfter bezeuge ich dadurch, dass ich und meine eigenen
experten unfähig sind. (bei experten schwer vorstellbar)
- um so öfter fließt geld in die taschen des studienerstellers,
womit mir seine gewogenheit in jedem fall erhalten bleibt.


, Nr. 9 
antworten
Belnea
146 Postings
seit 2008-10-14


Wenn sowas kommt und gleichzeitig Derivate ausgenommen sind ist zeigt das wie Ahnungslos die Entscheidungsträger in diesen Dingen sind. Ein schönes Derivat, das jede Kursänderung und Div der gewünschten Aktie abbildet und das wars. Muss man nicht mal mehr erfinden ... TRS machts möglich, PutCall Combo, Future auch net schlecht ...

, Nr. 10 
antworten


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