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08.08.2010 08:30
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Wochenfokus: Hilft die Fed Obama und damit den Börsen?

Von Robert Gillinger
 

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Nach sechs Anstiegen en suite ist der US-Arbeitsmarkt mit Juli bereits den zweiten Monat hintereinander im Minus. Mit 131.000 verlorenen Stellen fiel der Juli fast doppelt so schlecht aus, wie erwartet. Und der Juni wurde um 93.000 Stellen nach oben revidiert. Beide Male sind die Entlassungen nach den zuvor gesehenen Einstellungen im Zuge der Volkszählung der Hauptgrund. Diesmal gehen 143.000 Stellen auf dieses Konto. Da ist zwar Besserung in Sicht, bis Jahresende sind aber immerhin noch weitere 200.000 Stellen davon betroffen.

Am Freitag kann das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für August etwas von dem gut machen, das er zuletzt "verbockte". Zuletzt fiel der Index gleich um 8,2 auf 67,8 Punkte. Hier ist eine Gegenbewegung sehr wahrscheinlich. In diesem Umfeld werden sich die ebenfalls am Freitag kommenden Einzelhandelsumsätze im Juli auch nicht berauschend bewegt haben, nach zwei Rückgängen in Folge (0,5 Prozent im Juni, 1,1 im Mai), aber gegenbewegungsreif sind. Inflation - wieder am Freitag - sollte weiter kein Thema sein.

Bereits am Dienstag aber DAS Ereignis der Woche, auch wenn es wenig Sprengpotenzial birgt - die Fed-Sitzung ("das aussergewöhnlich tiefe Zinsniveau ist für einen längeren Zeitraum gerechtfertigt"). Einzig interessant wäre, wie jüngste Äusserungen einzelner Fed-Vertreter zu verstehen sind, dass die Notenbank Gewehr bei Fuss steht, der Wirtschaft helfend die Hand zu reichen. Wahlen haben wir in den USA auch bald ...

Diese Woche präsentieren die Euro-Staaten ihre BIP-Zahlen, am Freitag. Da werden sich bei den beiden grösster Euro-Playern Gräben aufziehen. Frankreich relativ schwach und mit einem Handelsbilanzdefizit gegeisselt, Deutschland dank seiner boomenden Exporte mit deutlichem Plus mit einem Handelsbilanzüberschuss. Für eine Notenbank ist da der richtige Kurs sicher nicht leicht.
Die Eurozone wird aber wohl vor allem von Deutschland gezogen werden. Zur Erinnerung: das Q4 lag auf Quartalsbasis bei 0,1 Prozent, Q1 bei 0,2 - 0,5 werden diesmal zumindest erwartet.

YTD liegt der ATX nun 0,1 Prozent im Plus, minus 0,47 waren es zuletzt. In der Vorvor-Woche waren das noch 3,71 - das zeigt die aktuelle Stärke des Marktes. Auf Sicht eines Jahr gibt es ein Plus von 6,27 Prozent.

An der YTD-Performanceliste gibt es wieder einen Führungswechsel: Flughafen Wien ringt RHI nach einer beeindruckenden Woche nieder. Der Grund ist wahrscheinlich in Frankfurt zu finden; der Fraport hob seine Prognose an, wird wohl ähnliches von Wien - vielleicht im Rahmen der Verkehrszahlen für Juli am Donnerstag.Weiter Dritter ist Andritz.

Hinten gab es eine Änderung: Intercell weiter abgeschlagen, davor Wienerberger - und Strabag drängte sich statt der OMV wieder dazu. .

Die US-Berichtssaison - und damit auch mögliche positive Auswirkungen auf die Aktienmärkte - neigt sich ihrem Ende zu: Von den 500 S&P-Unternehmen haben mittlerweile 443 Q2-Zahlen gelegt. Aktiengewichtet stieg der Gewinn im Schnitt um 52,5 Prozent, etwas weniger als die 55,9 Prozent bei 343 Unternehmen. Was nun auch nicht mehr so deutlich über den aktuellen Gewinnschätzungen liegt - bei 48,6 Prozent, letzte Woche waren es noch 44,8 Prozent (aber angefangen haben wir bei unter 35 Prozent).
Der mittelfristige Ausblick hellt sich währenddessen weiter auf. Bei den Schätzungen zum Q1 2011 lagen wir vergangene Woche bei 11,6 nach 10,9 Prozent, diesmal sind es bereits 12,1.
Trotzdem: In den USA sind heuer bereits 109 Banken zusammengebrochen. 2009 wurde die Marke von mehr als 100 erst im Oktober erreicht.

Für Europa gibt es Schätzungen zum Gesamtjahr. Für den Stoxx 600 sind das 60,15 Prozent, und 18,3 für 2011.

Österreichs Berichtssaison verlief bisher im Schnitt auch recht erfreulich, Unternehmen wie OMV und RHI schlugen den Konsens und kleinere wie Polytec drehten ins Plus. Am Montag kommt Andritz. Da das Vorjahresquartal nicht besonders war, winkt hier ein schöner Basiseffekt.
Dazu A-Tec und Semperit Tags darauf - beide hatten kein schlechtes Vorjahresquartal, da gibt es also keine Basiseffekte. Die Post dann am Mittwoch mit dem anhaltenden Problem des Wettbewerbsdrucks aufgrund aufgehender Märkte, dafür wissen wir bei Palfinger wieder, dass der Vorjahreszeitraum schwach war und der Basiseffekt zuschlägt.

Irgendwie taucht jetzt das Thema CEE doch wieder auf, noch verschwommen, aber sollte die Konjunktur wie erwartet in den nächsten Quartalen, könnte die Risikoaversion künftig wieder ansteigen. Und das Thema CEE sich damit manifestieren (siehe dazu auch "Analyse der Woche" auf http://www.boerse-express.com/pages/8981...). Und Budapest bleibt hart: Das schuldengeplagte Ungarn will internationalen Kreditgebern keinen Einfluss auf seine Wirtschaftspolitik zugestehen. "Wir würden die Politik auf Basis von Einsparungen gern beenden", sagte der ungarische Staatssekretär Mihaly Varga laut APA dem Fernsehsender Hir TV in Hinblick auf die Streitigkeiten mit der EU und dem IWF.

Ungarn und der IWF befinden sich im Streit, weil die Regierung weitere Einsparungen zur Budgetsanierung ablehnt und stattdessen eine Bankensteuer eingeführt hat. Weil Ungarn auf die Forderungen von IWF und EU nicht einging, wurden die Gespräche über die Freigabe verbliebener Zahlungen eines vor zwei Jahren vereinbarten Hilfspakets über 20 Milliarden Euro abgebrochen. Am Freitag kritisierte auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Bankensteuer in Ungarn. Sie könne die Kreditvergabe im privaten Sektor erschweren und verteuern. Das würde sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung des Landes auswirken.

Zum Schluss - auch Warren Buffett ist nicht unfehlbar. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 40 Prozent erlitten. Das sind zwar immer noch 1,50 Mrd. Euro, vor allem die Derivate haben im Zuge der Einbrüche am Aktienmarkt massiv an Wert verloren, aber wir erinnern uns: plus 52,5 Prozent heisst es bisher bei den S&P-500 Unternehmen.

Österreichs Berichtssaison verlief bisher im Schnitt auch recht erfreulich, Unternehmen wie OMV und RHI schlugen den Konsens und kleinere wie Polytec drehten ins Plus. Am Montag kommt Andritz. Da das Vorjahresquartal nicht besonders war, winkt hier ein schöner Basiseffekt.
Dazu A-Tec und Semperit Tags darauf - beide hatten kein schlechtes Vorjahresquartal, da gibt es also keine Basiseffekte. Die Post dann am Mittwoch mit dem anhaltenden Problem des Wettbewerbsdrucks aufgrund aufgehender Märkte, dafür wissen wir bei Palfinger wieder, dass der Vorjahreszeitraum schwach war und der Basiseffekt zuschlägt.

Die Terminliste der Woche finden Sie unter
http://www.boerse-express.com/pages/8982...
 
gill
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