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06.07.2010 11:31
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VCP erwartet 2010 Transaktionsvolumen von 2 Mrd. Euro

VCP-Chef Pecina: Chinesischer Einstieg bei ungarischer BorsodChem größte Transaktion im Halbjahr

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Das Investmenthaus Vienna Capital Partners (VCP) hat Ende Juni mit der Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten des ungarischen börsennotierten Chemieunternehmen BorsodChem noch eine große Unternehmensaktion rechtzeitig vor dem Halbjahr abgeschlossen. Durch eine Kapitalzufuhr von 140 Mio. Euro erhielt der chinesische strategische Investor Wanhua einen rund 38-Prozent-Anteil am ungarischen Chemieunternehmen. Damit konnte VCP im ersten Halbjahr Unternehmenstransaktionen im Wert von 1,5 Mrd. Euro über die Bühne bringen. Im gleichen Zeitraum 2009 war es nicht einmal halb so viel. Für das Gesamtjahr rechnet VCP-Gründer und -Chef Heinrich Pecina mit rund 2 Mrd. Euro Transaktionsvolumen.

An der BorsodChem war die VCP mit 12,3 Prozent direkt beteiligt. Für diesen Anteil hatten die Wiener zwischen 25 und 30 Mio. Euro bezahlt. Mit dem Einstieg der Chinesen, die für 24 Monate eine Option auf die Übernahme der restlichen 62 Prozent haben, sei der VCP-Anteil auf rund 6,5 Prozent verwässert worden, so Pecina am Montag bei einem Hintergrundgespräch. BorsodChem hat laut Pecina einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro jährlich. Wanhua ist laut VCP mit einer Kapazität von 800.000 Tonnen der größte Produzent des Kunststoffes MDI in Asien.

Außerdem betreute das Investmenthaus heuer im ersten Halbjahr die Übernahme des kroatischen Wellpappeherstellers Belisce durch die Constantia-Packaging-Tochter Duropack AG um rund 30 Mio. Euro und war am strategischen Zusammengehen der Allianz-Versicherung und der ungarischen FHB Bank in Ungarn beteiligt. An der auf Immobilienfinanzierung spezialisierten FHB Bank hält VCP einen Anteil von 25 Prozent. Die FHB Bank soll die ungarischen Allianz-Banken übernehmen.

Auch in Österreich schaue man sich um, Namen wollte der VCP-Chef aber keine nennen. Aus heutiger Sicht sei das Projekt conwert für die VCP endgültig erledigt. Pecina hatte Mitte April seine Kandidatur für den Verwaltungsrat der conwert zurückgezogen. Laut Pecina stehen bei einigen österreichischen Unternehmen Kapitalerhöhungen bevor, die auch für Expansionen verwendet werden dürften.

2009 habe VCP einen Nettogewinn von rund 3 Mio. Euro erwirtschaftet, stille Reserven aufgefüllt und nun sei man liquide, so Pecina. VCP arbeite mit großen Private Equity Fonds wie etwa Permira zusammen. Vor der Krise waren in der Regel Transaktionen unter 300 Mio. Euro für große Investmenthäuser nicht interessant, jetzt sei diese Grenze auf rund 100 Mio. Euro gesunken. "Ein Unternehmen, das man heute kauft, muss in fünf Jahren strategisch gut aufgestellt sein", so Pecina.

Die einfachen Regeln der Vergangenheit würden aber nicht mehr stimmen. Vor der Krise galt als Faustregel, dass Banken Übernahmen mit dem 6- bis 8-fachen des Ebidta finanzierten, heute sei das Verhältnis auf das 2- bis 3-fache gefallen. Dies habe auch zu einer Reduktion der Unternehmenswerte geführt.

Die Bankensteuer in Ungarn wird seiner Ansicht nach kommen, weil sich die ungarische Regierung zu weit aus dem Fenster gelehnt habe, so der VCP-Chef. Grundsätzlich kritisiert er, dass die Staaten den Banken im Zuge der Wirtschaftskrise mit Kapital unter die Arme gegriffen hätten, nun diese Banken aber besteuert werden sollten. Das passe nicht ganz zusammen.
 
(APA)
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