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Von Bettina Schragl
Die österreichische Bundesfinanzierungsagentur hat vor wenigen Tagen eine Informationsoffensive angekündigt - mit dem Ziel, mehr privaten Anlegern die Veranlagung ihrer Ersparnisse in Anleihen der Republik schmackhaft zu machen. Das "Ja zu AAA" (in Anspielung auf das Triple-A Österreichs), das für einige launige Kommentare sorgte, ist aber noch gar nichts, wenn man nach Japan, dem grössten Anleihemarkt weltweit, blickt.
Dort hat das Finanzministerium mit Inseraten Männer im heiratsfähigen Alter ins Visier genommen. Die von feschen jungen Frauen vorgetragene Botschaft: "Ich will, dass mein künftiger Mann sorgsam mit Geld umgeht. Playboys sind nicht gut. Männer, die japanische Staatsanleihen halten, sind hingegen beliebt bei Frauen." Ob das als smarter Werbegag oder eher als Verzweiflungstat eines Staates anmutet, der so stark wie kein andere Industrienation verschuldet ist, bleibt dem einzelnen Betrachter überlassen. Das Ziel von Japan und Österreich (Details zur Infokampagne stehen noch aus) - das Ansprechen neuer Investorengruppen - ist jedenfalls ident. In Japan haben die privaten Haushalte auf Sicht des letzten Jahres ihre Bestände an Staatsbonds abgebaut, in Österreich entfällt nur 2% des Vermögens der Haushalte auf Bundesanleihen. Und was zeichnet diese Gruppe der privaten Anleger aus? Sie fragen tendenziell eher weniger nach und steigen nicht so schnell aus. Aus dem Börse Express vom 10. Juni 2010
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