Bei der Modellsanierung eines Stil-Zinshauses in
Wien (Alserbachstrasse) schaffen
conwert und Griffner rund 750 m2 neuen Wohnraum und senken den Energieverbrauch der
Immobilie um ca. 50 %. conwert-Direktor
Thomas Rohr: "Die Aufwertung innerstädtischer Altbauten wirkt sich in einer gesamtwirtschaftlichen Ökobilanz sehr positiv aus." Am 19. 5. luden conwert und
Börse Express zur Sondervorführung von "4. Revolution - Energy Autonomy" ins Votivkino, um die aktuellsten Öko-Ideen in Szene zu setzen. Christian Ehritz (GF conwert Baudevelopment) und Thomas Rohr über ihre ökologischen "Hintergedanken" und ihre Zusammenarbeit mit Griffner.
Börse Express: Wieso empfiehlt und fördert ein börsennotiertes
Unternehmen einen "Öko-Film" wie "Die 4. Revolution"?
Thomas Rohr: Gerade der Immobilienwirtschaft kommt eine ganz wesentliche Bedeutung zu, wenn es um das Thema
Energie geht. In der
EU werden rund 40% der Energie in Wohn-, Büro und Geschäftsimmobilien verbraucht: Durch die Heizung und - wenn es hoffentlich auch wieder einmal Sommer wird - Klimaanlagen, den Kopierer oder die Beleuchtung im Büro, die Musik-Dauerberieselung in den Einkaufszentren, oder wenn wir ganz einfach nur unsere Waschmaschine auf vollen Touren laufen lassen. Der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Ressourcen ist daher für conwert besonders wichtig und deshalb ging und geht es uns darum, einen Strukturwandel in der Energieversorgung zu propagieren.
Christian Ehritz: Technisch gesehen ist vieles heute bereits gut machbar, denken wir nur an Green-Buildings, Passiv-Häuser oder thermische Sanierung. Ein Problem ist allerdings die Finanzbarkeit: Die ganze Branche tut sich schwer, begrüssenswerte Ansätze auch wirtschaftlich darstellen zu können, wenn speziell der Mietmarkt die dann notwendigen Quadratmeterpreise schlicht und ergreifend nicht "hergibt". Bei Neubauten tun wir uns daher logischerweise etwas leichter. Grundsätzlich führt heutzutage kein Weg mehr daran vorbei, nachhaltig und ökologisch zu bauen.
Welche Probleme haben Sie dabei?
Ehritz: Nehmen Sie z. B. die Wiener Gründerzeit-Zinshäuser. Technisch wäre es ein Leichtes, die Fassaden so zu sanieren, dass man den Wärmeverlust schnell einmal um ein Drittel reduziert. Dazu bräuchte man nur die alten, historischen Fassaden abschlagen und glattes Dämmmaterial aufbringen. Das charakteristische Wiener Stadtbild, auf das wir alle so stolz sind, wäre dann aber auf ewig verloren. Oder die hohen Räume in den Altbauten: Die könnte man für bessere Energieeffizienz natürlich "abhängen", nur wer will das? Es baut sich ja auch niemand einen Digitalwecker in seine edle Automatik-Uhr ein, nur weil das Uhrwerk dann genauer läuft. Es ist also auch eine Frage der Bedürfnisse und wie wir diese mit verantwortungsvollem Handeln in Einklang bringen.
Und wie tun Sie das dann ganz konkret?
Rohr: Indem wir vor allem in innerstädtische Altbauten investieren. Im Gegensatz zu Neubauten müssen hier weder neue Strassen noch Leitungen (Strom, Kanal etc.) gebaut oder gelegt werden. Weiters kann die komplette Nahversorgungs-Infrastruktur voll genutzt werden, während bei Stadterweiterungsgebieten am Stadtrand zumeist auch Schulen, Kindergärten, Einkaufszentren etc. gebaut werden müssen. Die Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist meist besser, Arzt, Arbeitsplatz oder auch das Votivkino sind gleich um die Ecke, wodurch der tägliche Individualverkehr reduziert werden kann. Und last but not least bleibt bei der Nutzung und der Weiterentwicklung dieser innerstädtischen Altbau
-Immobilien der wertvolle Naherholungsraum in Stadtnähe erhalten. Die Aufwertung innerstädtischer Altbauten durch conwert wirkt sich in einer gesamtwirtschaftlichen Ökobilanz also sehr positiv aus.
Gibt es ein Beispiel dafür?
Ehritz: Unser entsprechendes Pilotprojekt ist ein Zinshaus im 9. Wiener Bezirk, Ecke Liechtensteinstrasse/Alserbachstrasse/Pfluggasse mit 3.000 m² Nutzfläche. Die Ausführung als Holz-Leichtbau ermöglicht die Einhaltung von Erdbebennormen ebenso wie die Erreichung von Klimazielen. Gleichzeitig profitieren auch die Mieter von den umfassenden Sanierungstätigkeiten: Durch den Einsatz von Thermofenstern und durch die thermische Sanierung der Fassade kann der Wärmeverlust im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise stark gesenkt werden. Insgesamt erwarten wir eine Reduktion der Energiekosten des Gebäudes um rund 50% und mit der thermischen Sanierung wird der Originalzustand der Hausfassade wieder hergestellt. Wir haben gerade mit den Sanierungsmassnahmen begonnen, der Abschluss ist für November vorgesehen.
Rohr: Erwähnenswert ist hier auch unsere Zusammenarbeit mit dem Marktführer für Fertighäuser in ökologischer Bauweise, Griffner. Gebaut und gedämmt wird mit Holz, Zellulose und Kork, die Holzbauweise mit vorgefertigten Systembauteilen führt in Verbindung mit 3-Scheiben-Thermofenstern zu besten Dämmwerten. Griffner-Geschäftsführer Thomas Lenzinger hat uns gesagt, dass der Wärmeverlust um etwa 70% geringer ausfällt als bei einer herkömmlichen Bauweise - damit sinkt natürlich auch der Heizbedarf ganz wesentlich. Zudem können wie oben erwähnt - durch den Einsatz von Systembauteilen - die Sanierungsmassnahmen in nur sechs Monaten abgeschlossen und damit die Beeinträchtigungen der Mieter durch die Bauarbeiten zeitlich so kurz wie möglich gehalten werden.
Das ist ein Beispiel. Was macht conwert als Gesamtkonzern im Ökologiebereich?
Rohr: Wir setzen bei der Sanierung unserer Immobilien laufend Massnahmen, um den Energieverbrauch und somit auch den CO2-Ausstoss zu verringern. So haben wir im Vorjahr mehr als 1000 Wohnungen saniert und damit auch deren Energieeffizienz erhöht. Wir haben durch neue Gasthermen in Wien 43 Tonnen CO2 eingespart und 300.000 Liter Wasserersparnis durch den Einbau von neuen Geschirrspülern erzielt.
Ehritz: Diese Aktivitäten sind wieder die Überleitung zum Film von Carl-A. Fechtner. "Die 4. Revolution" findet bei uns im Grossen wie im Kleinen buchstäblich tagtäglich statt. Der Film sucht genau wie auch conwert und Griffner Antworten auf die globale Klimabedrohung und zeigt, wie jeder von uns dazu beitragen kann, Energie vernünftig einzusetzen. "Die 4. Revolution" zeigt zwar nicht ,unser' Projekt in der Alserbachstrasse, aber doch ein Mietshaus in Baden-Württemberg, das so umgebaut wurde, dass es 40% weniger fossile Energie verbraucht. Fechner sagt dazu, die Mieter sind glücklich, sparen enorme
Betriebskosten und leben in einer verbesserten Wohnqualität.
Dann hatte der Film also wirklich Sinn für Sie und Ihre (potenziellen) Kunden?
Ehritz: Definitiv. Es gab vor etwa einem Monat eine Vorführung der "4. Revolution" im Gartenbaukino, auf die uns Kollege Lenzinger aufmerksam gemacht hat. Wir haben uns gedacht, was uns emotional so berührt, wird auch unsere Partner und Kunden aufrütteln. Und so war es dann auch, es gibt schon die ersten Projekte, bei denen unsere Architekten, Planer und Statiker dezidiert auf mögliche Optimierungsaspekte im Ökologiebereich hinweisen. Das sind für uns nachhaltige Zukunftsmodelle: Innovative Lösungen sind Teil unseres Geschäfts und helfen uns, unsere Vorreiterrolle im Bereich Altbau-Development weiter auszubauen. conwert verfügt über eine 30jährige Erfahrung bei der Modernisierung von Jahrhundertwendehäusern. In Wien hat conwert bereits mehrere 1000 Wohnungen saniert, rund fünfzig Dachgeschosse ausgebaut und einige Wohnungsneubauten errichtet.
Rohr: Nicht zu vergessen ist dabei der volkswirtschaftliche Aspekt: Der Aufbruch zu mehr Energieeffizienz kann zu einer enormen zusätzlichen Ankurbelung der Baubranche und zu zigtausenden neuen Arbeitsplätzen führen.