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17.03.2010 16:36
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UniCredit zieht Erste und Raiffeisen in die Höhe

Gute Zahlen der italienischen Grossbank färben auf die Austro-Banken ab.

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Die Aktien der Bank-Austria-Mutter UniCredit reagieren sehr positiv auf die Zahlen und den Dividendenvorschlag der italienischen Grossbank. Die Aktie liegt am Nachmittag bereits an die sechs Prozent im Plus. Und zieht damit den gesamten europäischen Bankensektor nach oben. Auch Erste Group und vor allem Raiffeisen Inernational liegen teils deutlich über vier Prozent voran.

Die italienische Grossbank ist im Krisenjahr 2009 nicht so stark unter die Räder gekommen wie von Experten befürchtet. Zudem besänftigte der zuletzt in der Kritik stehende UniCredit-Chef Alessandro Profumo die Großaktionäre mit einer Bar-Dividende - die mit 3 Cent je Anteil allerdings gering ausfiel.

Immerhin traut sich die zuletzt angeschlagene italienische Bank, zu der neben der Bank Austria (Österreich/Osteuropa) auch die deutsche HVB gehört, damit zu, insgesamt 600 Mio. Euro ihres auf 1,7 (Vorjahr: 4,0) Mrd. Euro gesunkenen Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Ein Rücktritt Profumos, über den noch am Dienstag spekuliert worden war, scheint damit auch vom Tisch zu sein. Profumo hat heute in Abrede gestellt, jemals damit gedroht zu haben.

Analyst Matthias Dürr von der deutschen DZ Bank sprach von einem "soliden Ergebnis im vierten Quartal". Er lobte vor allem auch die niedriger als erwartet ausgefallene Risikovorsorge, die das zweite Quartal in Folge gefallen sind. Auch die im Quartal um 21 Basispunkte verbesserte Kapitalausstattung sei positiv zu werten. Er bleibe bei seiner Einstufung "Kaufen". Ein anderer Analyst sprach ebenfalls von qualitativ guten Zahlen, die durch ein besseres Nettozinsergebnis und geringe Kreditausfälle charakterisiert seien.

Analyst Christoph Bossmann von der WestLB meinte: Mit einem Nettogewinn von 371 Millionen Euro im vierten Quartal habe der Finanzkonzern seine Schätzung von 85 Millionen Euro und die noch schwächere Marktprognose übertroffen. Dennoch glaube er weiterhin, dass die Gewinnerholung der Bank hinter dem Sektordurchschnitt herhinken werde. Einige Analysten hatten für das vierte Quartal sogar Verlust befürchtet.

UniCredit nimmt für das abgelaufene Jahr 2009 die volle Bardividendenzahlung wieder auf. Im Jahr davor hatten die Publikumsaktionäre Dividenden in Form von Aktien erhalten. Die sogenannten Saving Shareholders erhielten 0,025 Euro pro Aktie in Cash. Aus Wien von der großen Tochter Bank Austria gibt es zum zweiten Mal in Folge keine Dividende nach Mailand. Die Bank Austria lässt ihren Gewinn (unterm Strich 1,1 Mrd. Euro) lieber in der Bank.

Den Nettogewinn weist UniCredit für 209 mit 1,702 Mrd. Euro aus, ein massiver Rückgang gegenüber den 4,012 Mrd. Euro im Jahr davor. Die UniCredit-Spitze führt aber ins Treffen, dass dieses in einem für die Banken noch schlechteren wirtschaftlichen Umfeld zustande kam.

Für faule Kredite und Vorsorgen musste UniCredit 2009 insgesamt mehr als 8,3 Mrd. Euro zur Seite legen. Die Bank-Austria-Kreditvorsorgen beliefen sich auf über 2,3 Mrd. Euro, mehr als doppelt so viel wie 2008. Bank Austria-Chef Wilibald Cernko glaubt aber den Höhepunkt der Vorsorgen für notleidende Kredite hinter sich zu haben. Die Krise selber sei aber noch nicht vorbei.

Die Kernkapitalquote von UniCredit stieg nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung auf 8,47 Prozent nach 7,55 Prozent Ende September.

Mit etwas mehr als 8 Mrd. Euro war die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle jedoch eines der größten Probleme der UniCredit im vergangenen Jahr. Die Risikovorsorge legte 2009 um 125 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro zu. Doch gerade zum Jahresende hin konnte die Bank hier bessere Zahlen aufweisen. Im letzten Jahresviertel fiel die Risikovorsorge das zweite Mal in Folge. Wichtigster Gewinnträger war im vergangenen Jahr das Geschäft mit Großkunden und dem Investmentbanking. Hier legte der Vorsteuergewinn um 125 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Im italienischen Privatkundengeschäft fiel der Gewinn vor Steuern um fast 70 Prozent auf 848 Millionen Euro.

Die deutsche Tochter HVB legt erst morgen ihre Zahlen vor. Sie verdiente einem Zeitungsbericht vom vergangenen Freitag zufolge im vergangenen Jahr 1,3 Mrd. Euro vor Steuern nach einem deutlichen Minus im Jahr 2008. Sollte dies stimmen, hätte die deutsche Bank rund 60 Prozent zum Vorsteuerergebnis der UniCredit beigetragen. Aus den am Mittwoch vorgelegten Zahlen des Konzerns geht jedoch schon hervor, dass die HVB mit dem Privatkundengeschäft nach wie vor praktisch kein Geld verdient. Der Großteil des von der HVB eingefahrenen Gewinns geht auf eine deutliche Erholung des Investmentbankings der Bank zurück, das die UniCredit größtenteils bei der deutschen Tochter aufgehängt hat.
 
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