Der Karton- und Faltschachtelriese präsentierte heute sein Jahresergebnis 2009
Analysten zeigen sich mit den Jahreszahlen von
Mayr-Melnhof durchaus zufrieden, wie auch der Kapitalmarkt. Im Anschluss an die Ergebnisveröffentlichung legte die
Aktie des Karton- und Verpackungskonzerns zu.
Die Vergangenheit
Aufgrund eines spürbaren Rückgangs insbesondere der variablen Kosten gelang es Mayr-Melnhof, die Ergebnisse des Vorjahres trotz verringerter Absatzleistung zu übertreffen. Der
Umsatz reduzierte sich um 7,5 Prozent auf 1,6 Milliarden
Euro (die verkaufte Tonnage in der Kartondivision um 4,3% auf 1,48 Mio. Tonnen, in der Sparte Packaging wurden mit 630.000 Tonnen um 3,4% weniger verarbeitet). Das
EBIT stieg dafür um 9,5 Prozent auf 149,9 Millionen Euro und der
Gewinn je Aktie um 1,4 Prozent auf 4,44 Euro.
CEO Wilhelm Hörmanseder stellt eine unveränderte
Dividende von 1,7 Euro je Aktie in Aussicht.
"Überraschendstes" Zahlendetail war
eine Wertberichtigungsaufwendung für das Sachanlagevermögen am Schweizer Kartonstandort Deisswil über 14,2 Millionen Euro, was mit "der massiven Belastung künftiger Cashflows durch einen drastischen Anstieg der Emissionssteuern" begründet wird.
Die Zukunft
In seinem Ausblick für das neue Geschäftsjahr ist Hörmanseder wie immer betont vorsichtig - diesmal klingt es so: "Insgesamt ist davon auszugehen, dass der Druck auf die Margen in beiden Divisionen infolge der verschärften Situation auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten zunehmen wird." Denn: "Die industrieweit für das erste Quartal 2010 angekündigte Kartonpreiserhöhung in Europa findet nur sehr zögerlich statt, obwohl die Preisinflation auf den Altpapiermärkten spürbar zugenommen hat."
Die Spezialisten
Und was sagen die Analysten der grossen heimischen
Banken zu den Jahreszahlen des Weltmarktführers bei der Erzeugung von Karton aus Recyclingpapier?
Katharina Kastenberger, UniCredit: "Wir betrachten die Zahlen als sehr positiv, da sie sowohl unsere Erwartungen als auch die des Marktes auf Umsatz- und EBIT-Level übertroffen haben. Der Jahresüberschuss war zwar leicht unter den Erwartungen, was aber auf eine Abwertung in der Kartondivision zurückzuführen ist. Andernfalls wäre der Jahresüberschuss auch besser als erwartet gewesen. Zusätzlich sehen wir die hohe Kapazitätsauslastung (im 4. Quartal) als sehr positiv, der erhöhte Preisdruck ist schon in unseren Zahlen abgebildet und damit keine Überraschung. Alles in allem sehen wir mit den positiven Ergebnissen unsere Kaufempfehlung bestätigt."
Franz Hörl,
Erste Group: "Umsatz und EBIT im vierten Quartal waren deutlich besser als erwartet, das Nettoergebnis lag unter den Erwartungen - allerdings nur aufgrund eines ausserordentlichen Effekts. Der Ausblick auf weiteren Margendruck, verursacht durch gestiegene Vormaterialkosten, kommt ebenfalls nicht überraschend. Erfreulich ist die weiterhin gute Kapazitätsauslastung in beiden Divisionen."
Bernd Maurer, RCB, verweist vor allem auf die starke Entwicklung im vierten Quartal, in dem Mayr-Melnhof die Prognosen deutlich übertraf, was dann aber durch die
Abschreibung in der Kartondivision wieder mehr als aufgefressen wurde. Für 2010 und 2011 sieht Maurer keinen Grund, seine bisherigen Schätzungen von 153 bzw. 167 Millionen Euro beim EBIT zu ändern. Folglich bleiben auch die Kaufempfehlung nebst dem Kursziel von 78 Euro vorerst bestehen.