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14.03.2010 14:24
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Notfallplan für Griechenland ist angeblich fast fertig

Zustimmung zu Hilfsmassnahmen auf der Agenda der am Montag tagenden Eurogruppe
APA
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Der Notfallplan der Euro-Länder gegen eine Staatspleite Griechenlands ist nach wochenlangen Verhandlungen angeblich fast fertig. Das Massnahmenpaket könnte nach inoffiziellen Angaben bereits am Montag festgezurrt werden.

Mehrere europäische Zeitungen berichteten am Wochenende unter Berufung auf EU-Quellen, die Finanzminister der 16 Euro-Länder wollten auf ihrem Treffen in Brüssel über ein Hilfspaket von bis zu 25 Mrd. Euro beraten, das im schlimmsten Fall zum Einsatz kommen könnte.

Auf der offiziellen Agenda des monatlichen Treffens der Euro- Gruppe steht die Zustimmung der Finanzminister zu den von Athen beschlossenen Sparmassnahmen, um die ausufernden Staatsschulden einzudämmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa erfuhr, könnte es aber auch eine Entscheidung über einen Rettungsschirm geben.

Das deutsche Bundesfinanzministerium wies die Berichte zurück. "Uns ist das nicht bekannt. Griechenland hat auch um keine Hilfe gebeten", sagte Ministeriumssprecher Michael Offer. Und der österreichische Finanzminister Josef Pröll hatte noch Samstagmittag im Radio behauptet, derzeit gebe es "keine Anzeichen, dass es diese europäisch koordinierte Hilfe geben soll".

Die Europäische Kommission wollte keine Stellung nehmen. In Kreisen der Kommission hiess es: "Die Tatsache, dass Griechenland einen sehr ambitionierten Konsolidierungsplan vorgelegt hat, hat einige dazu veranlasst zu sagen, dass etwas geschehen muss. Aber es wird nichts entschieden werden, bis sich die Minister am Montag treffen."

Schon seit Wochen wird über ein mögliches Hilfspaket in einem Umfang von 25 Mrd. oder gar 30 Mrd. Euro spekuliert, sollte Griechenland die Probleme nicht selbst lösen können. Der Notfallplan gestaltet sich schwierig, weil der EU-Vertrag es verbietet, dass Staaten für die Schulden anderer Länder einstehen.

Im Gespräch sind abgestimmte bilaterale Hilfen, etwa Kredite oder Kreditbürgschaften. Inzwischen - auch nach Vorlage des verschärften Athener Sparprogramms - hat sich die Lage etwas entschärft. Zudem hatte Griechenland kürzlich erfolgreich eine neue Anleihe am Markt platziert und sich so frisches Geld beschafft. Offen ist aber, ob Athen auch künftig seine Schulden am Markt refinanzieren kann.

Nach Informationen des "Kurier" und des britischen "Guardian" haben sich die Euro-Länder auf koordinierte bilaterale Hilfen in Höhe von bis zu 25 Mrd. Euro geeinigt. Vorgesehen seien Kredite oder Kreditgarantien. Auch die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichtete unter Berufung auf "diplomatische Kreise", die Euroländer hätten sich über einen Hilfsplan verständigt. Er solle am kommenden Montag fixiert werden. "Wir haben alle Instrumente bereit, die eine koordinierte finanzielle Hilfe ermöglichen, ohne die europäischen Verträge zu brechen", habe ein EU-Diplomat in Brüssel gesagt.

Nach Darstellung der "Financial Times" (FT/Samstag) arbeiten die Euro-Länder vor dem Ministertreffen an diesem Montag noch an Details für einen möglichen Hilfsplan. Es müssten noch einige Hindernisse überwunden werden.

Die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtete von zwei Szenarien. Zum einen gehe es um bilaterale Kredithilfen, deren Vergabe die Kommission koordiniert. Im zweiten Fall würde die Kommission Kredite für Griechenland aufnehmen mit Bürgschaften der Mitgliedstaaten. Hier könnte problematisch sein, dass alle 27 EU- Staaten zustimmen müssten. Nicht-Euro-Länder wie Grossbritannien oder Schweden bevorzugten aber Hilfen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF). Dies wiederum lehnen viele Euro-Länder, auch Deutschland, ab, da sie den US-dominierten IWF heraushalten wollen.

EU-Währungskommissar Olli Rehn macht die Zukunft der EU von der Rettung Griechenlands abhängig. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Wenn Griechenland zusammenbricht und die Europäische Union das nicht verhindert, werden wir ernsthaft und langfristig unsere internationale Glaubwürdigkeit verlieren." Neben Griechenland haben auch andere Euro-Länder enorme Probleme mit zu hohen Schulden. (APA/dpa)

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