Bewegung beim Mega-Wüstenstrom-Projekt, bei dem auch Siemens beteiligt ist
Der frühere deutsche Umweltminister Klaus Töpfer wird politischer Botschafter des Wüstenstrom-Projekts Desertec. Töpfer, der zudem von 1998 bis 2006 Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Kenia war, wird sich als Berater mit politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigen. Töpfer sagte, die Initiative könne einen Beitrag zur nachhaltigeren Energienutzung und zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Den Desertec-Plänen zufolge soll Europa künftig einen Großteil seines Stroms emissionsfrei in den Wüsten Afrikas gewinnen. Angestrebt wird, dort rund 15 Prozent des eigenen Bedarfs sowie einen erheblichen Teil des Verbrauchs in den Erzeugerländern zu produzieren.
Bis 2012 sollen Pläne für den Bau von Solarkraftwerken vorliegen. Die Initiative hat ein geschätztes Investitionsvolumen von rund 400 Milliarden
Euro. Beteiligt sind die Münchener Rück,
Siemens, RWE, E.ON, die HSH Nordbank, die Deutsche Bank, die Schweizer
ABB und mehrere Solaranlagenbauer. Im Februar hatte Desertec fünf weitere Partner gewonnen, darunter
Unternehmen aus Marokko und Tunesien. Projektchef Paul van Son: "Damit sind wir breiter aufgestellt und das ist wichtig für unsere Akzeptanz in der Region."
In den kommenden drei Jahren will Desertec mehrere Beispiel-Projekte installieren, um weiter für die Idee einer Versorgung Europas mit Sonnenenergie aus der Sahara zu werben. "Wir wollen schnell Fakten schaffen", sagt Van Son. Marokko sei einer der ersten Kandidaten für eine solche Initiative.