"Faymann hat in unseren Gesprächen klar gemacht, dass er Gusenbauer nicht nennen kann, weil er durch eine Übereinkunft mit dem Koalitionspartner gebunden sei." Tatsächlich hatten
SPÖ und ÖVP vereinbart, dass der österreichische
EU-Kommissar von der Volkspartei nominiert werden darf, die Wissenschaftsminister Hahn ins Rennen schickte. Faymann selbst sagte kurz nach der Nominierung Hahns, Gusenbauers Name sei "kein einziges Mal" genannt worden.
Allerdings hatte ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger der SPÖ zwei Wochen nach der Nominierung Hahns öffentlich angeboten, Hahn zurückzuziehen, wenn dafür Gusenbauer zum Zug kommen sollte. Tags darauf ruderte Kaltenegger aber wieder zurück. Außenminister Spindelegger behauptet nun, das Angebot wäre ernst gemeint gewesen. "Die ÖVP hätte aus Staatsräson auf den Kommissarsposten für Hahn verzichtet und Gusenbauer unterstützt", so Spindelegger in der "Presse am Sonntag".
Im Kanzleramt bleibt man allerdings bei der ursprünglichen Darstellung: Gusenbauer sei nicht im Gespräch gewesen, hieß es am Samstag auf APA-Anfrage.