Nach dem nun vorliegenden Prüfbericht über die Lehman-Pleite soll die US-Investmentbank Lehman Brothers auch an der Bawag beteiligt gewesen sein, berichtet die Tageszeitung "Der Standard" in seiner Wochenendausgabe.
Lehman soll sich im Mai 2007 mit 170 Millionen Dollar in der Bawag eingekauft haben. Der einstige Bawag-Eigentümer ÖGB hatte die Bank im Mai 2007 verkauft. Als Käufer der Bawag
Holding trat damals die niederländische Promontoria Sacher Holding N.V. auf, kontrolliert vom US-Investor Cerberus. Wie viel Lehman an der Bawag erworben hat, sei nicht bekannt, spekuliert werde über 20 Prozent.
Als die Turbulenzen am US-Immobilienmarkt stärker wurden, habe Lehman verschiedene Strategien eingesetzt, um die Bilanzen zu schönen. Dabei taucht laut Zeitung erneut die Bawag auf. Lehman habe sich kurz vor der Pleite entschlossen, die Beteiligung an der Bawag nicht wertzuberichtigen, obwohl sie ebenfalls gehaltene Schuldverschreibungen von Lehman an die Bawag abschrieb. Dies sei "höchst irregulär", heisst es in dem vom "Standard" eingesehenen Bericht des US-Anwalts Anton Valukas.
Lehman Brothers ist 2008 in Konkurs gegangen und hat die Finanzmärkte in Chaos gestürzt.