Analysten handeln nach Regeln - bei OMV und conwert wurden sie ausgelöst - ein weiterer Kandidat ist Raiffeisen International.
"Gesetze" machen manches beim oft anarchistisch anmutenden Spiel
Börse durchschaubarer, vor allem planbarer. Eines davon sind Regeln für Analysten. Bei der
Erste Group lautet eine dieser Regeln, dass eine
Aktie die Anlageempfehlung "Kaufen" erhält, wenn realer
Kurs und Kursziel des Analysten um mehr als 20 Prozent auseinanderklaffen. Zwischen zehn und 20 Prozent heisst es dann
"Akkumulieren". Davon profitiert heute
conwert -
Head of CEE-Aktienresearch Günter Artner hebt die Empfehlung für conwert von Akkumulieren auf Kaufen - das Kursziel bleibt zwar bei 10,7
Euro, aber der reale Kurs hatte sich mit Stichtag gestern um 22 Prozent von Artners Ziel entfernt - das Gesetz wurde schlagend.
Nicht anders die Situation bei der RCB. Dort gibt es das "Kaufen" ab einem Kurspotenzial von 15 Prozent (20 bei
Aktien mit erhöhter
Volatilität), die nächste Stufe ist bereits das "Halten". Hier wurde das Gesetz Tags zuvor schlagend:
Philipp Chladek beliess das
OMV-Kursziel bei 33, hob die Empfehlung aber auf "Kaufen" an - der Kurs hatte sich 17 Prozent vom Ziel entfernt.
Bleibt die Frage, welche Wiener Aktie als nächstes in den Genuss einer Hochstufung kommt? Dafür haben wir die Datenbanken von Bloomberg durchforstet. Geranked wurde der
ATXPrime anhand des Kurspotenzials. Hochstufungen sind aber nicht automatisch mit einem hohen Kurspotenzial verbunden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Analystenkonsens. Je näher sich dieser auf der Skala (1 bis 5) bei der fünf befindet, desto mehr Kaufempfehlungen sind ohnehin bereits am Markt. Bei einer Eco Business etwa - Konsens 5,0 - gibt es nur Kaufempfehlungen.
Heissester Play dürfte hier
Raiffeisen International sein. Hier stehen drei Kauf- acht Verkaufsempfehlungen gegenüber, bei einem mittlereren Kurspotenzial von mehr als 30 Prozent ...