Ein junges Kunststoff-Unternehmen aus Klosterneuburg spielt international eine wichtige Vorreiterrolle in Sachen Nanotechnologie.
C-Polymers ist Österreichs einziger Hersteller von polymergebundenen, staubfreien Carbon Nano-Faser/-Tube Masterbatches und Compounds, die hauptsächlich für alle im technischen Einsatz befindlichen Thermoplaste entwickelt wurden. Speziell die Carbon Nano-Fasern/-Tubes (fadenförmige Graphitröhrchen mit einem Durchmesser von wenigen Nanometern: 1 nm = 1 Milliardstel Meter) werden von C-Polymers mittels eigens entwickelten und patentierten CL-CCVD-Verfahren selbst hergestellt.
C-Polymers liefert von der CNF/CNT-Produktion bis zur Kunststoffendverarbeitung alles aus einer Hand. "Unsere Kunden sind Betriebe in der Automobilbranche, im Anlagenbau, der Drucker- und Halbleiterindustrie", sagt Geschäftsführer Reinhard Kriegbaum. "Überall, wo aus Sicherheitsgründen Kunststoffe elektrisch und thermisch leitfähig und antistatisch sein müssen, setzen Hersteller unser Produkt ein. Unsere Carbon Nanotubes finden in der Erzeugung von Treibstofftanks genauso Verwendung wie in der Chipproduktion."
Drei Millionen
Euro hat C-Polymers in neue Produktionsanlagen und Personalerweiterungen investiert. Nach einer erfolgreichen Markteinführung der Carbon Nanotube ist der angemietete Standort in Klosterneuburg bald nicht mehr ausreichend für weitere Expansionsschritte. Das neue Betriebsgelände für Büroräume, Labor und Produktionshalle wird spätestens im Juni 2010 fertig gestellt sein und liegt in Tresdorf direkt an der S1. Auf der 1.400 Quadratmeter großen Liegenschaft entstehen 650 Quadratmeter Produktions- und Laborgebäude sowie 160 Quadratmeter Büroräumlichkeiten.
Sechs Mitarbeiter beschäftigt das innovative
Unternehmen, das sich 2009 von der
Electrovac AG in Klosterneuburg abgekoppelt hat. In drei Jahren soll der Kunststoffbetrieb auf 60 Fachkräfte, darunter Kunststofftechniker und Chemiker, anwachsen. Das komplizierte Herstellungsverfahren der Carbon Nanotubes wurde von den C-Polymers-Technikern entwickelt und ist streng geheim. "Die Kohlenstoffteilchen sind ein Millionstel Meter klein und hohl", erklärt Kriegbaum. "Das Produkt sieht aus wie festes schwarzes Pulver. Wir binden es in Kunststoffgranulat, wo seine Eigenschaften zum Tragen kommen. Dieser Kunststoff ist extrem abriebfest und komplett antistatisch. Viele Hersteller sind bei der Anwendung von herkömmlichen Kunststoffen technisch angestanden oder mussten mit Kompromisslösungen vorlieb nehmen. Mit den Carbon Nanotubes können sie endlich Lösungen erzielen, die befriedigend sind."