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09.02.2010 16:00
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Anleger hoffen auf einen Deal für Griechenland

Angesichts der möglichen Ansteckung anderer EU-Staaten stuft Goldman die Kursziele zahlreicher Bankaktien zurück. Österreich bleibt relativ verschont
Bloomberg
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Bislang ist es Griechenland (im Bild: das griechische Finanzministerium) nicht gelungen, das Vertrauen der Märkte in die Fähigkeit, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, wiederherzustellen. Im Vorfeld des EU-Sondergipfels am Donnerstag machen heute Spekulationen die Runde, die Staats- und Regierungschefs könnten sich auf ein Hilfspaket für Griechenland einigen ("The markets are smelling a deal for Greece", wie es ein Marktteilnehmer gegenüber Bloomberg ausdrückt).

Insgesamt ist das beherrschende Thema wieder jenes des "Sovereign Risk", der Blick auf die Credit Default Swaps (CDS) als Gradmesser für die Risikowahrnehmung eines Staates durch den Markt erneut Routine. Und hier zeigt sich eindeutig, dass sich das Zentrum der Anlegersorgen von CEE nach Südosteuropa verschoben hat. Sprich, Griechenland, Portugal, Spanien und Italien sahen zuletzt die deutlichsten Ausweitungen der CDS-Spreads. Ergo wären das jene Staaten, die in einem Default-Szenario Griechenlands zuerst von Spekulanten "angegriffen" werden.

Was würde die Ansteckung anderer EU-Staaten mit dem Griechenland-Virus für die europäischen Banken bedeuten? Goldman Sachs hat sich das in einem aktuellen Report angesehen und bei so gut wie allen griechischen, italienischen und spanischen Banktiteln die Kursziele nach unten korrigiert. Die gute Nachricht aus österreichischer Sicht: Die Austro-Banken sind relativ aussen vor, auch wenn das Kursziel für Raiffeisen International ebenfalls um 13% von 48 auf 42 Euro reduziert wird.

Die auf Credit Research spezialisierte CreditSights listet Deutsche Bank und Barclays als jene Institute auf, die das grösste Exposure in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien haben. Die Statistiken der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigen zudem, dass die französischen und die Schweizer Banken das grösste Exposure bei griechischen Kreditnehmern (75 Mrd. bzw. 64 Mrd. USD) haben, gefolgt von Deutschland. Österreich spielt laut BIZ eine untergeordnete Rolle (per Ende September 2009 waren es etwas mehr als 6 Mrd. USD).

Wer hält Griechenbonds?

Ein ähnliches Bild zeichnet eine andere Statistik: Nämlich die "Coordinated Portfolio Investment Survey", kurz CIPS, des IWF. Dieser CIPS zufolge waren per Ende 2008 (jüngere Daten sind noch nicht verfügbar) 221 Mrd. USD an griechischen Bonds im Besitz von Ausländern - der überwiegende Anteil davon liegt in der Eurozone (Frankreich mit rund 25%, gefolgt von Deutschland und Italien). Österreich liegt hier an 8. Stelle mit rund 8 Mrd. USD. Nicht-Mitglieder der Eurozone halten insgesamt weniger als 35 Mrd. USD an Griechen-Bonds.

Angst vor Liquiditäts-Crunch

Wie gehts nun weiter? Abgesehen vom EU-Sondergipfel wird der nächste kritische Punkt für Griechenland die Refinanzierung von rund 20 Mrd. Euro, die im April und Mai fällig werden. Das Basis-Szenario der CreditSights-Experten: "Deutschland wird einen Default Griechenlands nicht zulassen." Das grösste und stimmgewaltige EU-Land könnte etwa ein Bridge-Loan, ähnlich dem amerikanischen TARP-Programm, arrangieren. Es wäre dann eine Art "Non-Bailout-Bailout", der zudem die Chance auf eine vernünftige Rendite biete. Die Ironie an der Sache, so sie derart kommen sollte: Deutschland war in den Maastricht-Verhandlungen jener Staat, der eine Non-Bailout-Klausel verlangt hat. (bs)


Aus dem Börse Express vom 9. Februar 2010

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Postings zu diesem Artikel
HannsA
3499 Postings
seit 2006-11-16



Repost von ... http://www.boerse-express.com/pages/8524...

Wenn wir den Griechen schon das Geld hinterherschmeißen, dann sollten wir sie verpflichten für uns auch Strom zu machen ... vgl. DESERTEC ... Solarthermische Anlagen am Festland und auf den Inseln ... dort wird zum Teil noch Öl verbrannt um Strom zu erzeugen ... was ich Absurd Finde.

Mehr günstiger Solarstrom (Photovoltaik istr viel zu teuer) könnte das Außenhandels defizit der Griechen deutlich verbessern !!!

Und die Deutschen sollen den Löwenanteil zahlen, dafür aber auch die Karftwerke bauen dürfen ...

Also jeder Cent aus der Europäischen Währungsunion (EWU) sollte nicht irgendwelchen Banken nachgeschmissen werden sondern in sinnvolle Projekte investiert werden genau so wie in den USA !!!

http://www.solarmillennium.de/Press/Pres...

Jeder Cent von der EWU muß zum Sonnenstrom dazu ...



Griechenland könnte der nächste interessante Markt werden: Das Anfang Juni verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht für solarthermische Kraftwerke über 5 MW auf dem Festland eine Einspeisevergütung von 23 Eurocent/kWh vor, auf den Inseln 25 Eurocent/kWh. Auch Israel bereitet ein Einspeisegesetz vor. Weitere Projekte, zum Teil unterstützt von der Weltbank, sind in Mexiko, Marokko, Algerien, Ägypten und Iran geplant. Hier sollen Parabolrinnenfelder den Brennstoffverbrauch konventioneller Kraftwerke reduzieren.

http://www.schott.com/magazine/g...

, Nr. 2 
antworten
Tyson
423 Postings
seit 2004-04-08


Ich bin jedenfalls auch dafür, dass das Geld in Verbindung mit gewissen "Auflagen" zur Verfügung gestellt wird. Ob das jetzt aber unbedingt Solarstrom sein muss, weiß ich nicht...

, Nr. 3 
antworten
HannsA
3499 Postings
seit 2006-11-16


* Am Erscheinungstag des Artikels werden bei Artikelabruf die von der Wiener Börse übermittelten Kurse real-time angezeigt. Alle anderen Kursinformationsquellen auf www.boerse-express.com (Archiv-Artikel, Charts, Matrix, Kurslisten) weisen die übliche Verzögerung von rund 15 Minuten auf. Alle Kursangaben ohne Gewähr.
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