Welche Bedeutung das Emissionsgeschäft derzeit für
Banken hat, zeigte sich heute bei der Präsentation des neuen Egger-Bonds. Die
Erste Group schickte mit
Franz Hochstrasser den stv. Vorsitzenden, die Bawag PSK Vorstandsmitglied
Regina Prehofer - und das für eine
Emission mit einem Volumen von 100 Mio.
Euro, vielleicht auch 200 Mio. So genau will man sich da derzeit noch nicht festlegen, das ist wohl vor allem absatzabhängig. Auch Zinssatz und Ausgabekurs sind bis zum Ende der von 12. bis längstens 16. Februar laufenden Zeichnungsperiode noch nicht fixiert - das ist aber eine gewöhnliche Vorgehensweise.
"Die Stückelung von 500 Euro ist ein Hinweis, dass sich die
Anleihe an den Retailinvestor wendet", sagt Prehofer.
Doch ist Egger - die Holzwerkstoffe, nicht das Bier - für den Privatanleger ein geeignetes Investitionsvehikel? Geht es nach Finanzvorstand Thomas Leissing ist die Frage mit einem klaren Ja zu beantworten: "Wir wollen uns nachhaltig als Investment Grade (IG) profilieren." Ein offizielles
Rating gibt es zwar nicht, die anwesenden Emissionsbanken sehen Egger aber als IG-Rating
-Unternehmen. Rein zur Sicherheit sah sich der BE die beiden letzten Bilanzen an - und mit einem ganz kleinen Augenzwinkern geht sich ein BBB- aus, die letzte Stufe im IG, bevor der Fall in den Junk-Bond-Bereich beginnt. Natürlich spielte hier aber auch die
Finanzkrise mit. Unter diesen Voraussetzungen ist der neue Egger-Bond durchaus eine Überlegung wert - Unternehmen mit einem BBB- rentieren derzeit im Schnitt mit knapp 4,8 Prozent (siehe Chart) bei 7jährigen Laufzeiten - da liegen die 5,75 doch deutlich darüber. Einzig,
Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie das investierte Geld ohne Verlust wohl erst nach Ende der
Laufzeit erhalten werden. Denn steigen zwischendurch die
Zinsen, was aus heutiger Sicht erwartet wird, verlieren ältere Bonds an wert, da sie dann im Vergleich weniger attraktiv sind.
Egger verarbeitete zuletzt etwa 3,7 Mio. m3 Holz pro Jahr zu Spanplatten, Schnittholz oder Laminatböden (14% Marktanteil in Europa) und ist bei der Expansion bereits bis
Russland vorgestossen. Egger ist von
Bene über Ikea bis hin zu Bulthaup sowie in diversen Eigenmarken etwa in DIY-Baumärkten drin, damit wurde 2008/09 ein
Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erzielt, der Überschuss lag bei 863.000: "Die Wirtschaftskrise" begründet das Leissing, der für die Zukunft aber wieder optimistischer ist. 2007/08 lag der Umsatz bei 1,6 Milliarden, der Überschuss bei 112 Millionen. Tipp: Alten in neuen Egger-Bond tauschen.