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08.02.2010 14:56
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Die Börsen spielen verrückt - Anleger, was tun?

Der BE fragte die Aktienchefanalysten nach ihrer Meinung zur weiteren Zukunft der Wiener Börse. Soviel vorweg: Sie ist positiv.



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Freitag schien die Welt noch unterzugehen, Montag früh umspielte die Lippen des Börsianers schon wieder ein schwaches Lächeln - es ging wieder aufwärts. Es sieht so aus, als hätte sich Wiens Leitindex ATX gefangen: Zwar ist die 50-Tages-Durchschnitts-linie gefallen, dafür hat die 200-Tageslinie gehalten - scheinbar hat der ATX bei etwa 2400 Punkten seinen Boden gefunden.

Wir fragten Österreichs Chefaktienanalysten nach ihrer Situationseinschätzung: "Ich sehe bei einem ATX von 2400 Punkten einen fundamental gesehen äusserst guten Kaufzeitpunkt. Alle unsere Bewertungsrelationen lassen nach wie vor ein Kursziel von 3000 Punkten per Jahresende 2010 realistisch erscheinen. Charttechnisch sieht die Lage noch angeschlagen aus, dennoch sollte man aktuell das Kursniveau für selektive Zukäufe nutzen", sagt Günther Artner von der Erste Group. Dem kann Alfred Reisenberger von CA Cheuvreux nur zustimmen: "Ja, es ist ein guter Zeitpunkt zum Kaufen. Sogar ein sehr guter. Die Situation ähnelt sehr stark dem Jahr 2009, als auch grosse Angst herrschte. Es herrscht jetzt berechtige Unruhe, das hat aber wenig mit den Unternehmen zu tun. Die Unternehmen haben die Krise bereits hinter sich." Ähnlich, wenn auch etwas vorsichtiger, Stefan Maxian von der RCB: "Unser Kursziel für das erste Quartal sind 2300 Punkte, zu Jahresende erwarte ich aber 2900 Zähler. Kurzfristig bleibe ich somit vorsichtig - eine weitere Marktschwäche im Februar und März sind wahrscheinlich. Auf Jahressicht sind das aber Einstiegsniveaus."

Stellt sich natürlich die Frage, mit welchen Aktien die Strategen raten, in die nähere Zukunft zu gehen - wir fragten nach den aktuellen Top-3-Empfehlungen, die nicht zwingend etwas mit den zuletzt publizierten Quartalsausblicken zu tun haben müssen. Das ist etwa bei Maxian so: EVN, Mayr-Melnhof und Telekom Austria sind die Hauptempfehlungen laut der Q1-Strategie der RCB, doch der Analyst nennt drei "Rebound-Stocks": Wienerberger (Maxian überzeugt die mittlerweile erreichte Kostenstruktur, empfiehlt aber eventuell die Zahlen am Donnerstag abzuwarten); Erste Group (die Konsenserwartung an ‘09 ist nicht besonders ambitioniert) und Immoeast, wo Maxian einen Abschlag zum NNNAV von 54% ausmacht.

Unsere Frage galt noch einem ‘Geheimtipp’: RHI (bleibt eine unserer stärksten Kaufempfehlungen) ist das bei Maxian.
Alfred Reisenbergers Top-3 sind die Vienna Insurance Group, voestalpine und Andritz. Sein Geheimtipp: Wienerberger.
Günther Artner hat ebenfalls die Vienna Insurance Group auf seiner Top-Liste (ein langfristig hochinteressanter und konservativer Wert, der kurzfristig gerade durch eine vorsichtige Guidance des Unternehmens unter Druck gekommen ist - der Track Record des Managements in der Krise spricht für sich = jedes Quartal positiv und auch jedes Quartal steigendes Eigenkapital); Semperit (extrem gut geführtes Unternehmen mit langfristigem Wachstumstrend, zusätzlich hat die Aktie die Fantasie der ATX-Aufnahme im März); Raiffeisen International (sehr volatile Aktie, die gerade aktuell auf einem sehr tiefen Niveau notiert; kurzfristige Rückschläge sind möglich, langfristig erscheint das Kursniveau sehr interessant; gerade 2011 sollten die Risikovorsorgen sinken und damit die Ergebnisse deutlich steigen). Spezialtipp aus dem Hause Erste: Kapsch TrafficCom (ein an der Wiener Börse notierter Weltmarktführer in einem Segment, das gerade durch die steigende Staatsverschuldung noch interessanter wird - einzig die Aktie selbst ist leider nicht sehr liquide, begründet das Artner).

gill
 
 

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ATX Alle Kursinformationen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Börse mindestens 15 Minuten oder mehr verzögert. ISIN AT0000999982


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