Gruppe feiert erste Milliardenemission einer europäischen Grossbank nach Finanzkrise als Erfolg - Investmentbanken übernehmen vorübergehend nicht platzierte 1,8 Prozent
Fast eine Woche nach dem ursprünglichen Angebotsschluss hat die Bank Austria-Mutter UniCredit am Donnerstagnachmittag das Ergebnis ihrer Milliarden
-Kapitalerhöhung bekanntgegeben. Die Zeiten mehrfacher Überzeichnungen sind seit der
Finanzkrise vorbei, heisst es aus dem Konzern zur APA, noch dazu bei Transaktionen dieser Grössenordnung. UniCredit hat jetzt 98,23 Prozent der jungen
Aktien im Markt platziert.
Im UniCredit-Konzern war am Nachmittag von einer "im Prinzip vollständigen Platzierung bei den Altaktionären" die Rede, was als Erfolg gewertet werde. Auf davor verhandelte Staatshilfe hatte UniCredit in
Italien und
Österreich verzichtet.
Weil UniCredit für die
Emission sechs
Investmentbanken mit Platzierungsgarantien beauftragt hat, fliessen die vollen 3,999 Mrd.
Euro in die Kassen. Was auf 100 Prozent fehlt, übernehmen die Investmentbanken, um die Aktien später an der
Börse weiterzuverkaufen.
Mit der Kapitalerhöhung, die seit dem 11. Jänner lief, holte sich die Bank-Austria-Mutter zum Fixpreis von 1,589 Euro je
Aktie insgesamt 3,999 Mrd. Euro an frischem Aktienkapital, wobei nach aufrechten Plänen bis zur Hälfte Hälfte an die fürs Ostgeschäft zuständige Bank Austria weiter gereicht werden soll. Zugeteilt werden soll das Geld im Laufe des 1. Quartals, wie am Donnerstag bekräftigt wurde.
Der heutige Donnerstag war auch der letzte Tag einer unfreiwilligen Nachfrist: Wegen eines Übersetzungsfehlers in der englischen Version des Verkaufsprospektes der formal schon am 29. Jänner abgeschlossenen Kapitalerhöhung hatte UniCredit den Zeichnern ihrer Aktien in
Polen und
Deutschland die Möglichkeit zum Rücktritt vom Kauf geben müssen. Das Rücktrittsrecht galt bis zum heutigen Donnerstag. Nicht für italienische Investoren, da der Prospekt auf italienisch fehlerfrei war.