Glaubt man den Analysten der UBS, so könnten sowohl Stahlpreise als auch Auslastung im ersten Halbjahr deutlich steigen
Die Analysten der UBS haben ihre Schätzungen für die Stahlpreis-Entwicklung ordentlich nach oben geschraubt - und zwar um 20% für 2010 und 11% für 2011. Sie erwarten für das erste Halbjahr 2010 sowohl steigende Preise als auch eine deutlich höhere Auslastung der Stahlkocher. Die neue Prognose für den Benchmarkpreis für
"EU HRC domestic" lautet für 2010 auf 684 USD/Tonne, im zweiten Quartal könnten hier allerdings sogar 740 Dollar erzielt werden. Höhere Rohstoffkosten könnten damit leicht kompensiert werden.
Mit Blick auf die einzelnen Stahlaktien überwiegen bei der UBS mittlerweile die Kaufempfehlungen: Salzgitter und
voestalpine wurden heute von
Neutral auf
Buy hochgestuft und gesellen sich in dieser Liga nun zu ArcelorMittal, Klöckner und ThyssenKrupp. Die Kursziele wanderten durch die Bank nach oben, etwa für ArcelorMittal (der Top-Favorit) von 35 auf 40
Euro, für voestalpine von 24 auf 29 Euro.
"Wir erwarten, dass die
Aktien kurzfristig über ihre normalisierten mid-cycle Bewertungen hinausschiessen werden", so Analyst Andrew Snowdowne und seine Kollegen. Die jüngsten Kursrücksetzer würden daher eine attraktive Einstiegsmöglichkeit bieten. Ähnliches haben zuletzt auch die Analysten von Credit Suisse den Stahlanlegern geraten.
Die Berichtssaison für die Stahlkonzerne ist übrigens heute gestartet: Der finnische Edelstahlerzeuger Outokumpu lag mit einem Quartalsverlust von 7 Mio. Euro zwar über den Konsensusprognosen, kann aber noch keine deutlichen Verbesserungen bei der Nachfrage nach Edelstahl ausmachen. Die
Aktie sackte daraufhin im Laufe des Vormittags um gut 5% ab. Morgen, Donnerstag, kommen die Zahlen von Rautaruukki, am 10. Februar von ArcelorMittal und SSAB. voestalpine legt am 25. Februar die Q3-Zahlen vor. (bs)
Aus dem
Börse Express vom 3. Februar 2010