Peergroup: Jüngste Übernahmemultiples ergeben für die TA ein theoretisches Kursziel von mehr als 15 Euro - fix ist aber eine Dividendenrendite von mehr als 7%.
Vielleicht hätte
Boris Nemsic doch in Westeuropa bleiben sollen. In den Osten zog es ihn, da er die russische Vimpelcom vor allem mittels Übernahmen wachsen lassen wollte. Das vor allem im Ausland, in
Russland selbst führt an Marktführer MTS kein Weg vorbei. Das zeigt sich auch in den Kundenzahlen per Dezember: MTS wuchs im Schnitt um 0,72% auf 102,4 Millionen, Vimpelcom "nur" um 0,34% auf 64 Millionen. Den Befreiungsschlag plante Nemsic etwa mittels Übernahme des ukrainischen Marktführers im Mobilfunk, Kyivstar - doch die russischen Behörden haben den Deal jetzt untersagt.
Mehr Glück haben die Chefs von TeliaSonera: Die
Schweden schluckten vor zwei Wochen die estnische Eesti
Telekom - gezahlt wurde das 5,87fache
EBITDA bzw. der 1,41fache Unternehmenswert: Auf die
Telekom Austria umgelegt ergäbe das einen
Kurs von etwas über 15
Euro. Mit Eesti Telekom allein wollte sich
CEO Lars Nyberg aber nicht zufrieden geben - und kaufte sich zusätzlich noch 94% am usbekischen Mobilfunker UCell. Skandinavien hat aber auch etwa eine Tele2 zu bieten - der neue Mehrheitseigner der kasachischen Nummer drei im Mobilfunk, NEO. Und Westeuropa? Deutsche Telekom und France Telecom bekommen Ärger mit den Wettbewerbsbehörden - Grund ist die Zusammenlegung der britischen Mobilfunktöchter. Und Italiens Politik überlegt, ob sie "ihre" Telecom Italia an Spaniens Telefonica verscherbeln soll - einzig das Festnetz soll jedenfalls in italienischer Hand bleiben - damit wird sich Telefonica anfreunden können.
Durch die Branche weht also verstärkte Übernahmefantasie, das kann den Aktienkursen nur gut tun. Das Hauptargument für eine Telekom
-Aktie bleibt aber die
Dividende - im Schnitt 7,7% (siehe Tabellen).