Wenn Microsoft Corp. am heutigen Donnerstag nach Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt, wird der Konzern möglicherweise positiv überraschen. Dennoch könnte der
Aktienkurs unter Druck geraten, sagt Heather Bellini, Leiterin Aktienresearch Technologie beim Finanzdienstleister ISI Group in New York.
Die Zahl zum
Gewinn je
Aktie beim weltweit größten Softwarehersteller, die unter Händlern herumgereicht wird, beträgt 66 US-Cent. Das ist höher als das Mittel der 24 von Bloomberg befragten Analysten bei 60 Cent.
"Damit der Aktienkurs zulegt, müssen es 67 Cent oder mehr sein. Selbst bei 67 kann es sein, dass die Aktie kaum vom Fleck kommt", sagte Bellini, die Microsoft
-Aktien als Kauf einstuft. "Falls sie eine Zahl vorlegen, die mit einer 7 anfängt, dann könnte der
Kurs steigen", so Bellini weiter.
Der Gewinnausweis von Microsoft für den Zeitraum von Oktober bis Dezember könnte dieselbe Reaktion auslösen wie die Quartalszahlen von Google Inc. in der Vorwoche. Nachdem der Umsatzanstieg des weltweit größten Suchmaschinenbetreibers die optimistischsten Erwartungen der Analysten verfehlte, verzeichnete der Aktienkurs den größten Kursrutsch im Zeitraum der letzten zehn Monate. Bellini sagte, einige ihrer Kunden hätten sich bei ihr nach den Google-Zahlen gemeldet, in Sorge, dass Microsoft das gleiche Schicksal ereilen könnte.
Microsoft, dessen Windows-Betriebssystem auf mehr als 90 Prozent aller PCs weltweit installiert ist, ist seit dem 22. Oktober in der Version 7 auf dem Markt. Das neue Betriebssystem wurde positiv bewertet. Das hat Analysten, darunter Bellini, zur Einschätzung veranlasst, einige Microsoft-Kunden, die infolge der
Rezession und Unzufriedenheit mit älteren Windows-Versionen Anschaffungen verzögert haben, könnten nun wieder kaufen.
Microsoft hat auch den Verkaufspreis für das Windows-Paket auf den billigsten Netbook-Computern angehoben. Damit dürfte es dem Konzern möglicherweise gelungen sein, den Durchschnittspreis für die
Software anzuheben, so Bellini weiter. 2009 hat Microsoft damit aufgehört, Prognosen abzugeben. Die Bandbreite für den Gewinn je Aktie im zweiten Quartal schwankt bei den von Bloomberg befragten Analysten zwischen 54 und 67 Cent je Aktie.
Die Zuversicht im Zusammenhang mit den Quartalszahlen von Microsoft geht auch einher mit einem Anstieg der weltweit ausgelieferten PCs im vierten Quartal. Nach Angaben des Marktbeobachters IDC aus Framingham, Massachusetts, legten die PC-Lieferungen um 15 Prozent zu. IDC selbst hatte ein Wachstum von elf Prozent erwartet. Noch überraschender war die Zuwachsrate in den Vereinigten Staaten, wo nach IDC-Angaben das Plus bei 24 Prozent lag, dem Vierfachen der IDC-Schätzung.
In den letzten drei Handelstagen haben Microsoft-Aktien an der
Nasdaq stetig zugelegt. Am Mittwoch schlossen sie 0,6 Prozent fester bei 29,67 Dollar. Seit Jahresanfang haben die Titel damit 2,7 Prozent verloren. 2009 haben Microsoft-Aktien 57 Prozent zugelegt.
( Bloomberg )